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Blindscheibe · Vollscheibe
Blindscheibe Typ BS
Die Blindscheibe ist eine volle Steckscheibe ohne Durchgang, zwischen zwei Flansche geklemmt. Sie trennt die Rohrleitung mechanisch – und man sieht es ihr an, weil die Fahne zwischen den Flanschen heraussteht.
Genau darin liegt ihr Wert gegenüber einer geschlossenen Armatur: Ein Ventil kann undicht sein oder versehentlich geöffnet werden. Eine Blindscheibe nicht. Anders als ein Blindflansch, der ein Rohrende verschließt, sitzt sie zwischen zwei Flanschen. Blindflansche nach DIN EN 1092-1 liefern wir ebenso, auf Wunsch mit angearbeiteter Nut, Feder oder Bohrung.
Einsatz
Wann eine Leitung mechanisch getrennt werden muss
Es gibt Situationen, in denen ein geschlossenes Ventil nicht genügt. Dann kommt die Blindscheibe in die Rohrleitung.
Arbeiten am Anlagenteil
Solange jemand an einem Behälter oder Apparat arbeitet, muss die Zuleitung nachweislich getrennt sein. Die sichtbare Fahne ist der Nachweis.
Druck- und Dichtheitsprüfung
Beim Abdrücken eines Abschnitts wird die Leitung an den Grenzen verblindet – sonst steht der Prüfdruck in Teilen der Anlage, die dafür nicht ausgelegt sind.
Stilllegung auf Zeit
Ein außer Betrieb genommener Strang bleibt verblindet, bis er wieder gebraucht wird. Die Scheibe verhindert, dass er versehentlich aufgefahren wird.
Bauabschnitte trennen
Während ein Teil der Anlage schon läuft und am nächsten noch gebaut wird, hält die Blindscheibe beide Zustände sauber auseinander.
Stärke
Warum die Scheibe stärker wird als erwartet
Eine Blindscheibe hält den vollen Betriebsdruck gegen eine geschlossene Fläche. Was sonst durch das Rohr strömt, drückt hier auf eine Platte – und zwar mit dem Druck mal der ganzen Querschnittsfläche.
Deshalb wächst die Dicke mit Nennweite und Druckstufe erheblich: Bei DN50 sind 10 mm genug, bei DN500 und PN40 werden daraus 50 mm. Wer die Scheibe zu dünn wählt, riskiert, dass sie sich durchbiegt und die Dichtung nicht mehr trägt.
- Dicke nach DIN 2626, gestaffelt nach Nennweite und Druckstufe
- im Zweifel legen wir nach dem tatsächlichen Prüfdruck aus
- bei Sonderfällen mit Berechnungsnachweis
Zur Blindscheibe gehört eine Lochscheibe. Wird die Leitung wieder freigegeben, muss die Flanschverbindung ihr Maß behalten – dafür ist der Ring da. Lochscheibe (Ringscheibe) Typ LS
Werkstoff
Edelstahl oder Stahl – das Medium entscheidet
Die Blindscheibe hält das Medium mit ihrer ganzen Fläche zurück. Je länger sie in der Leitung bleibt, desto mehr zählt ihre Beständigkeit.
Standard
Edelstahl 1.4301
Der nichtrostende Chrom-Nickel-Stahl kommt ohne Beschichtung aus. Er bleibt in Wasser, in vielen wässrigen Lösungen und an feuchter Luft blank. So setzt sich die Scheibe nicht im Flansch fest, und die Fahne bleibt lesbar.
Wirtschaftliche Alternative
Stahl 1.0425
Der warmfeste Druckbehälterstahl P265GH ist für Druck und erhöhte Temperatur ausgelegt. Er passt zu Leitungen aus unlegiertem Stahl, wie sie bei Dampf, Heißwasser, Öl und Gas üblich sind. Kommen Feuchtigkeit und Sauerstoff zusammen, rostet er. In trockenen oder öligen Medien spielt das keine Rolle.
Andere Werkstoffe fertigen wir auf Anfrage, zum Beispiel 1.4571 für chloridhaltige Medien. Nennen Sie uns Medium, Temperatur und den Werkstoff der Flansche. Dann empfehlen wir Ihnen die passende Ausführung.
Ausführung
Standard und Optionen
Im Standard
- Nennweiten DN10 bis DN500, Druckstufen PN6 bis PN40
- Werkstoff Edelstahl 1.4301 oder Stahl 1.0425
- Maße nach DIN 2626, Einbau zwischen Normflansche nach DIN EN 1092-1 oder ANSI B 16.5
- Dichtfläche Form AA, unbearbeitet
- Standard mit Fahne – sichtbar von außen, beschriftbar
Auf Anfrage
- höhere Druckstufen von PN63 bis PN160
- größere Nennweiten
- Dichtleisten Form B, C oder D statt Form AA
- kundenspezifische Werkstoffe und Baulängen
- Entlüfter mit Kugelhahn oder Flanschanschluss, Schweißanschluss, Innen- oder Außengewinde
- Zeugnisse und Abnahmen nach Vorgabe
Entlüftung
Mit Entlüfter: erst den Druck ablassen, dann den Flansch öffnen
Zwischen Blindscheibe und geschlossener Armatur bleibt oft Medium eingeschlossen. Manchmal steht dort auch noch Druck. Ein Entlüfter an der Scheibe lässt beides kontrolliert ab, bevor jemand die Schrauben löst.
Standard
Entlüfter mit Kugelhahn
Der Kugelhahn sitzt außen an der Scheibe. Eine Bohrung verbindet ihn mit dem abgesperrten Leitungsteil. Beim Befüllen entweicht darüber die Luft. Vor dem Öffnen lässt sich der Abschnitt entspannen und entleeren.
- Luft ablassen beim Befüllen und vor der Druckprüfung
- Restdruck und Medium kontrolliert ablassen
- Kugelhahn außerhalb der Flansche, frei zugänglich
Mit Druckanzeige
Entlüfter mit Manometer und Kugelhahn
Zusätzlich zeigt ein Manometer den Druck hinter der Scheibe an. So sieht das Montageteam vor dem Öffnen, dass der Abschnitt drucklos ist. Bei der Druckprüfung lesen Sie den Prüfdruck direkt an der Trennstelle ab.
- Drucklosigkeit vor dem Öffnen ablesen
- Prüfdruck an der Trennstelle kontrollieren
- steigender Druck zeigt eine undichte Armatur davor
Anschlüsse und Zubehör nach Wunsch
Der Kugelhahn ist der Standard, aber nicht die einzige Möglichkeit. Ob Flanschanschluss, Schweißanschluss, Innengewinde oder Außengewinde: Wir setzen an der Blindscheibe die Anschlussart, die zu Ihrer Leitung passt. Das Zubehör liefern wir nach Ihrer Vorgabe mit.
Anschluss, Messbereich und Werkstoff stimmen wir auf Medium und Druckstufe ab. Nennen Sie uns dazu den Prüfdruck. Sagen Sie uns auch, ob die Scheibe dauerhaft in der Leitung bleibt.
Dichtfläche
Glatt oder mit Nut und Feder – passend zum Flansch
Eine Steckscheibe muss zur Dichtfläche der Flansche passen, zwischen denen sie sitzt. Im Standard ist sie beidseitig glatt. Für Flansche mit Nut oder Feder nach DIN EN 1092-1 fertigen wir die Gegenform. Trägt der Flansch eine Feder, erhält die Scheibe an dieser Seite eine Nut – und umgekehrt.
Form AA
Glatt · Standard
Beidseitig glatt und unbearbeitet, wahlweise mit Dichtleiste Form BB. Passt zu Flanschen mit glatter Dichtfläche oder Dichtleiste.
Form DD
Nut – Nut
Eine Nut auf beiden Seiten. Die Scheibe sitzt zwischen zwei Flanschen mit Feder.
Form CD
Nut – Feder
Eine Seite mit Nut, die andere mit Feder. Das ist die Form für die übliche Nut-Feder-Verbindung aus einem Feder- und einem Nutflansch.
Form CC
Feder – Feder
Eine Feder auf beiden Seiten. Die Scheibe sitzt zwischen zwei Flanschen mit Nut.
Warum Nut und Feder
- Die Dichtung liegt gekammert und kann nicht herausgedrückt werden.
- Die Scheibe zentriert sich beim Einbau selbst in der Verbindung.
- Die Verbindung bewährt sich bei hohen Drücken, hohen Temperaturen und kritischen Medien.
Bei der Blindscheibe trägt die Nut-Feder-Verbindung den vollen Druck auf die geschlossene Fläche. Die Dichtung bleibt auch dann in ihrer Kammer, wenn die Leitung abgedrückt wird.
Die Maßtabelle nennt die Dicke S1 der glatten Ausführung. Mit Nut oder Feder legen wir die Dicke eigens fest und nennen sie Ihnen im Angebot.
Nennen Sie uns die Dichtflächen Ihrer Flansche, zum Beispiel Form C und Form D nach DIN EN 1092-1. Dann liefern wir die passende Gegenform.
Maße
Abmessungen nach DIN 2626
∅ A ist der Außendurchmesser, S die Dicke der Scheibe – beide je Druckstufe. Alle Maße in Millimetern.
| DN | PN6 ∅A/S | PN10 ∅A/S | PN16 ∅A/S | PN25 ∅A/S | PN40 ∅A/S |
|---|---|---|---|---|---|
| DN10 | 39 / 4 | 46 / 6 | 46 / 6 | 46 / 6 | 46 / 6 |
| DN15 | 44 / 4 | 51 / 6 | 51 / 6 | 51 / 6 | 51 / 6 |
| DN20 | 54 / 4 | 61 / 6 | 61 / 6 | 61 / 6 | 61 / 6 |
| DN25 | 64 / 4 | 71 / 6 | 71 / 6 | 71 / 6 | 71 / 6 |
| DN32 | 76 / 4 | 82 / 8 | 82 / 8 | 82 / 8 | 82 / 8 |
| DN40 | 86 / 4 | 92 / 8 | 92 / 8 | 92 / 8 | 92 / 8 |
| DN50 | 96 / 6 | 107 / 10 | 107 / 10 | 107 / 10 | 107 / 10 |
| DN65 | 116 / 6 | 127 / 10 | 127 / 10 | 127 / 10 | 127 / 10 |
| DN80 | 132 / 6 | 142 / 12 | 142 / 12 | 142 / 12 | 142 / 12 |
| DN100 | 152 / 6 | 162 / 10 | 162 / 10 | 168 / 15 | 168 / 15 |
| DN125 | 182 / 8 | 192 / 10 | 192 / 10 | 194 / 15 | 194 / 15 |
| DN150 | 207 / 8 | 218 / 12 | 218 / 12 | 224 / 20 | 224 / 20 |
| DN200 | 262 / 10 | 273 / 12 | 273 / 15 | 284 / 20 | 290 / 25 |
| DN250 | 317 / 12 | 328 / 15 | 329 / 20 | 340 / 25 | 352 / 30 |
| DN300 | 373 / 12 | 378 / 20 | 384 / 20 | 400 / 25 | 417 / 35 |
| DN350 | 423 / 15 | 438 / 20 | 444 / 25 | 457 / 30 | 474 / 35 |
| DN400 | 473 / 20 | 489 / 20 | 495 / 25 | 514 / 30 | 546 / 40 |
| DN450 | 528 / 20 | 539 / 25 | 555 / 30 | 564 / 35 | 571 / 45 |
| DN500 | 578 / 20 | 594 / 25 | 617 / 30 | 624 / 40 | 628 / 50 |
Höhere Druckstufen bis PN160 und größere Nennweiten fertigen wir auf Anfrage, ebenso Dichtleisten der Formen B, C und D.
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Für ein Angebot brauchen wir Nennweite, Druckstufe und Werkstoff. Liegt der Prüfdruck über der Nenndruckstufe, nennen Sie ihn bitte mit – davon hängt die Stärke ab. Weitere Größen ergänzen Sie mit „+ weitere Position“.
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Häufige Fragen
Was oft gefragt wird
Weil ein geschlossenes Ventil nicht beweisbar dicht ist und sich öffnen lässt. Für Arbeiten an einem Anlagenteil verlangen Sicherheitsvorschriften eine mechanische Trennung, die von außen erkennbar ist – das leistet die Blindscheibe mit ihrer Fahne.
Ja, wenn die Leitung im Normalbetrieb offen ist. Beim Ausbau der Blindscheibe fehlt sonst deren Dicke in der Flanschverbindung. Wer beide Zustände häufig braucht, nimmt gleich die Brillensteckscheibe.
Das steht in der Maßtabelle nach DIN 2626 – gestaffelt nach Nennweite und Druckstufe. Bei Prüfdrücken über der Nenndruckstufe legen wir die Dicke nach dem tatsächlichen Druck aus.
Das richtet sich nach dem Medium und danach, ob die Scheibe dauerhaft in der Leitung bleibt. Edelstahl 1.4301 ist der Standard, Stahl 1.0425 die günstigere Wahl bei unkritischen Medien.
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