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Anwendungen
Dampffilter
und Kondensatfilter
Dampf trägt wenig Schmutz – aber was er trägt, kommt mit hoher Geschwindigkeit und hoher Temperatur an. Nach Montage und Revision sind es Schweißperlen, Zunder und Späne, im Betrieb Rost und Kesselstein. Wir legen Dampffilter und Kondensatfilter für Ihre Leitung aus und bauen sie dafür.
Bauform
Y-Schmutzfänger · T-Filter
Dichtung
Graphit-Spießblech
Temperatur
immer Sonderauslegung
Beim Anfahren
Hutsieb Typ H
Warum Dampf andere Filter braucht als Wasser
Zwei Dinge unterscheiden Dampf von fast jedem anderen Medium. Erstens der geringe Schmutzanfall: Ein Dampfnetz führt im laufenden Betrieb wenig Feststoff, deshalb muss die Siebfläche nicht groß sein. Ein Schrägsitzfilter in Y-Form ist hier meist die wirtschaftlich richtige Antwort. Zweitens die Temperatur – sie verschiebt die Auslegung vollständig weg vom Standard.
Unsere Filter sind serienmäßig für −10 bis +50 °C ausgelegt. Dampf liegt immer darüber. Damit wird jede Dampfausführung zur Sonderauslegung. Werkstoff und Wandstärke werden für die Betriebstemperatur gerechnet, die Dichtung muss sie dauerhaft aushalten, und der Verschluss darf sich beim Aufheizen nicht lösen. Deshalb ist Graphit-Spießblech hier die Standarddichtung und keine Elastomerdichtung.
Im Kondensat kehrt sich das Bild teilweise um. Dort ist die Temperatur niedriger, dafür kommen Rost, Kesselstein und – in Heiz- und Fernwärmekreisen – Magnetit dazu. Magnetit ist so fein, dass es auch das feinste Gewebe passiert; dagegen hilft nur ein Magnetstab im Siebkorb.
- Geringer Schmutzanfall: Y-Form meist ausreichend
- Temperatur über dem Standard – immer eigene Auslegung
- Graphit-Spießblech statt Elastomerdichtung
- Entleerung, damit Kondensat abfließen kann
- Isolierung gegen Wärmeverlust und Berührung
- Magnetstäbe gegen Magnetit im Kondensatkreis
Was hier geschützt wird
Die Maschenweite richtet sich nicht nach dem Dampf, sondern nach dem Bauteil dahinter. Diese Einsatzstellen kommen in Dampf- und Kondensatnetzen am häufigsten vor.
Im Dampfnetz
- Regelventile und Druckminderer mit engen Sitzen
- Dampfturbinen und Dampfstrahler
- Wärmeübertrager und Pasteure
- Befeuchter und Sprühdüsen
- Mengenmessung und Zähler
Im Kondensatnetz
- Kondensatableiter mit kleinen Öffnungen
- Kondensatpumpen auf der Saugseite
- Speisewasserbehälter und Kesselspeisepumpen
- Plattenwärmeübertrager in Fernwärmekreisen
- Rückführleitungen mit Rost und Magnetit
Bauformen für Dampf und Kondensat
Welche Form passt, entscheidet der Schmutzanfall und die Frage, ob im Betrieb gereinigt werden muss.
Y-Schmutzfänger
der Regelfall im Dampfnetz
Der Schrägsitzfilter baut kurz, kostet wenig und hat für die geringe Schmutzfracht im Dampf genug Siebfläche. Er wird schräg oder waagerecht eingebaut, damit sich der Siebkorb nicht mit Kondensat füllt. Auf Wunsch beheizbar.
T-Filter
wenn mehr Fläche nötig ist
Die T-Form bringt bei gleicher Baulänge mehr Sieb in die Leitung und lässt sich leichter reinigen. Der Deckel gibt eine Siebplatte frei, die sich gerade herausziehen lässt. Geliefert wird sie mit Entleerungs- und Entlüftungsstopfen, auf Wunsch mit Schweißenden.
Siebkorbfilter
bei hoher Schmutzfracht
Wo mehr anfällt – etwa in Anlagen mit älterem Rohrnetz oder nach Umbauten – bringt die Topfform ein Vielfaches der Siebfläche. Ein Beispiel aus unserer Fertigung: DN250 und DN500 in PN40, ausgelegt für 22 bar bei 323 °C mit einer Maschenweite von 0,2 mm.
Doppelfilter
reinigen ohne Stillstand
Zwei Kammern, eine im Betrieb, eine in Reserve. Umschalten, die abgeschaltete Seite öffnen und reinigen, während die Anlage weiterläuft. Im Dampfnetz ist das dort sinnvoll, wo eine Unterbrechung teuer ist. Ein Beispiel aus unserer Fertigung ist ein dampfbeheizter Umschaltfilter DN80.
Hutsieb zum Anfahren
Schweißperlen, Zunder, Späne
Nach Montage und Revision ist die Schmutzfracht für kurze Zeit um ein Vielfaches höher. Ein Hutsieb Typ H wird als Anfahrsieb in der Dampfleitung zwischen die Flansche gelegt, fängt das Gröbste ab und kommt nach der Anfahrphase wieder heraus. Es hat mehr Fläche und weniger Druckverlust als ein flaches Stecksieb.
Technische Daten
Jede Dampfausführung wird gerechnet. Die folgenden Angaben zeigen den Rahmen und Beispiele aus unserer Fertigung.
| Merkmal oder Beispiel | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
Auslegung | ||
| Temperatur | über dem Standard | Serie −10 … +50 °C, Dampf immer darüber |
| Druckstufe | PN6 – PN40 | PN63 als Hochdruckausführung |
| Dichtung | Graphit-Spießblech | temperaturfest, Standard bei SKF, EF, DF, TF |
| Gehäuse | P235GH · P250GH · 1.4571 | nach Temperatur und Medium |
| Einbaulage | schräg oder waagerecht | damit kein Kondensat im Korb steht |
Beispiele aus unserer Fertigung | ||
| Siebkorbfilter DN250 · DN500 | PN40 | 22 bar bei 323 °C, Maschenweite 0,2 mm |
| Schrägsitzfilter DN40 | PN25 | Grauguss, für Dampf |
Kondensat | ||
| Feinheit | feiner als im Dampf | in Auslegungen häufig um 50 µm |
| Magnetit | Magnetstäbe im Siebkorb | kein Gewebe hält ferritischen Feinstaub |
| Entleerung | am tiefsten Punkt | Kondensat muss ablaufen können |
Beim Anfahren | ||
| Hutsieb Typ H | Lochblechkonus | mehr Fläche, weniger Druckverlust |
| Stecksieb Typ S | flacher Siebring | für kurze Anfahrphasen |
| Danach | Ausbau oder Tausch | Anfahrsieb bleibt nicht im Dauerbetrieb |
Der Filter ist kein Druckbehälter für den Differenzdruck
Ein Siebeinsatz hält den Betriebsdruck des Gehäuses nicht aus – er hält nur die Druckdifferenz zwischen Ein- und Austritt. Setzt er sich zu, steigt diese Differenz, und irgendwann verformt sich der Korb. Bei unseren Siebkorbfiltern liegt der zulässige Differenzdruck bei maximal 2 bar, im Betrieb empfehlen wir höchstens 0,5 bar. Im Dampfnetz fällt das besonders ins Gewicht, weil sich der Zustand des Siebs von außen nicht ansehen lässt. Eine Differenzdruckanzeige kostet wenig und macht aus der Vermutung eine Messung.
Häufige Fragen
Das hängt nicht am Dampf, sondern an dem, was dahinter steht. Für ein Regelventil mit engem Sitz wird feiner gewählt als für einen Wärmeübertrager mit weiten Kanälen. Nennen Sie uns das Schutzobjekt und, wenn bekannt, seine kleinste Öffnung – daraus leiten wir die Feinheit ab.
Im laufenden Dampfbetrieb reicht die Y-Form meistens, weil wenig Feststoff anfällt. Für einen Siebkorbfilter spricht hohe Schmutzfracht, ein älteres Rohrnetz, ein Umbau in der Anlage oder der Wunsch, seltener zu reinigen. Soll die Anlage beim Reinigen weiterlaufen, wird es der umschaltbare Doppelfilter.
Weil unsere Serienauslegung bei −10 bis +50 °C liegt. Höhere Temperatur wirkt auf Werkstoffkennwerte, Wandstärke, Dichtung und Verschluss – das wird für Ihren Fall gerechnet und in der Zeichnung festgehalten, die Sie vor der Fertigung freigeben.
Graphit-Spießblech: Graphitlagen auf einem Trägerblech, temperaturfest und standfest gegen Setzen. Es ist bei Siebkorb-, Einfach-, Doppel- und T-Filtern die Standarddichtung. Elastomere scheiden im Dampf aus.
Nur Magnetismus. Ferritischer Feinstaub ist kleiner als jede sinnvolle Maschenweite und passiert auch feinstes Gewebe. Magnetstäbe im Siebkorb halten ihn zurück und lassen sich beim Reinigen einfach abstreifen.
Nach Montage oder Revision ja. Schweißperlen, Zunder und Späne würden den Dauerfilter in kurzer Zeit zusetzen oder die Anlage schädigen. Ein Hutsieb Typ H zwischen den Flanschen fängt das ab und kommt danach wieder heraus – es hat mehr Fläche und weniger Druckverlust als ein flaches Stecksieb.
In aller Regel ja – gegen Wärmeverlust und als Berührungsschutz. Am Filter empfehlen sich abnehmbare Isolierkissen, weil der Deckel zum Siebwechsel frei werden muss. Wo das Medium bei Stillstand auskühlt oder ausfällt, kommt zusätzlich ein Heizmantel in Frage.
Ja. Vor Produktionsbeginn erhalten Sie den Konstruktionsentwurf zur Freigabe – mit Auslegungsdaten, Werkstoffen, Dichtung und Anbauteilen. Erst nach Ihrer Bestätigung geht der Auftrag in die Fertigung.
Dampf- oder Kondensatleitung auslegen
Nennen Sie uns Dampfdruck und Temperatur, die Nennweite und das zu schützende Bauteil. Sie erhalten eine Auslegung mit Bauform, Maschenweite und Ausstattung.