Anwendungen

Ölfilter
und Thermalölfilter

Für Ölfilter in der Industrie gilt eine Regel, die viele überrascht: Je viskoser das Medium, desto gröber wird das Sieb gewählt. Sonst wird der Druckverlust unbeherrschbar. Dazu kommt die Temperatur – ohne sie fließt manches gar nicht.

Y-Schmutzfänger aus Edelstahl mit Kugelhahn in einer SKID-Industrieanlage mit Ölpumpen für Öle und viskose Medien

Kernregel

je viskoser, desto gröber

Auslegung

bei Betriebstemperatur

Bei Erstarrenden

Heizmantel zwingend

Ausgeführt

bis +120 °C, 5 – 16 bar

Warum zähe Medien anders ausgelegt werden

Der Druckverlust eines Siebs steigt mit der Viskosität. Ein Gewebe, das bei Wasser kaum auffällt, macht bei Schweröl oder Sirup die Anlage unbetreibbar. Deshalb wird bei zähen Medien gröber gefiltert – und das Gehäuse größer gewählt, oft größer als die Rohrleitung, damit die Geschwindigkeit im Sieb sinkt.

Die zweite Größe ist die Temperatur. Viskosität fällt mit steigender Temperatur erheblich. Eine Auslegung bei 20 °C führt in die Irre, wenn die Anlage bei 80 oder 120 °C fährt – gerechnet wird bei Betriebstemperatur. Umgekehrt gilt: Was im Stillstand abkühlt und fest wird, blockiert den Filter beim nächsten Anfahren.

Deshalb gehören bei erstarrenden Medien wie Bitumen, Fetten und Schokolade Heizmantel und Isolierung zur Grundausstattung, nicht zum Zubehör. Und weil solche Filter häufiger geöffnet werden, sind Schnellverschluss und Schwenkvorrichtung hier keine Bequemlichkeit, sondern Betriebsnotwendigkeit.

  • Gröbere Maschenweite statt feinerer – gegen den Druckverlust
  • Gehäuse größer wählen, oft größer als die Leitung
  • Auslegung bei Betriebstemperatur, nicht bei 20 °C
  • Heizmantel bei erstarrenden Medien
  • Isolierung hält die Wärme im Gerät
  • Schnellverschluss, weil öfter geöffnet wird

Was hier geschützt wird

Ölkreise schützen teure und empfindliche Bauteile – und Ölfilter sitzen oft an Stellen, an denen ein Ausfall die ganze Maschine stillsetzt.

In Schmier- und Hydraulikkreisen

  • Gleit- und Wälzlager großer Maschinen
  • Hydraulikpumpen und Ventilblöcke
  • Getriebe und Umlaufschmierung
  • Kompressoren und Turbinen
  • Kühler im Ölkreis

In Prozess- und Thermalölkreisen

  • Thermalölkessel und Erhitzer
  • Pumpen in Bitumen- und Schwerölanlagen
  • Düsen und Sprühstellen in der Verarbeitung
  • Abfüll- und Dosieranlagen
  • Wärmeübertrager im Ölkreis

Bauformen für Öle und zähe Medien

Die Wahl folgt der Viskosität und der Frage, wie oft gereinigt wird.

Siebkorbfilter Typ SKF DN150 PN16 aus Edelstahl mit Schnellverschluss und Deckel-Hebe-Schwenkvorrichtung für Öle und Thermalöle

Siebkorbfilter

der Regelfall im Ölkreis

Große Siebfläche bei überschaubarer Baulänge. Rahmen der Ausführung: DN80 bis DN150 in PN16, Edelstahl 1.4571, Lochblech 6 mm oder Feinsieb 1.000 µm, Dichtung FKM beziehungsweise ePTFE nach EU 1935/2004 und 10/2011/EU. Ausgelegt für −10 bis +120 °C und 5 bis 16 bar.

Filtergehäuse aus Edelstahl mit Heizmantel für Bitumen, Fette und Schweröl, beheizt mit Dampf, Wasser oder Thermalöl

Beheizte Ausführung

wenn das Medium erstarrt

Ein geschweißter Heizmantel um das Gehäuse hält Bitumen, Fette und Schweröl in Bewegung. Beheizt wird mit Thermalöl, Dampf oder Heißwasser. Bei Medien, die im Stillstand fest werden, ist das keine Option, sondern Voraussetzung für den Wiederanlauf.

Einfachfilter Typ EF DN50 aus Edelstahl mit Kugelhahn, PT100, Thermometer und Differenzdruckanzeige

Einfachfilter

kompakt für kleinere Kreise

Für Nebenkreise und kleinere Volumenströme. Die Auslegung folgt derselben Logik: eher gröber, eher größer, und bei zähen Medien beheizt.

Doppelfilter Typ DF DN65 PN10 aus Edelstahl mit Kugelhahn-Umschaltung im Handbetrieb für viskose Medien

Doppelfilter

Reinigen ohne Anlagenstillstand

Bei zähen Medien setzt sich das Sieb schneller zu – und die Reinigung dauert länger als bei Wasser. Zwei Kammern mit Umschaltung halten die Anlage in Betrieb, während die eine Seite gereinigt wird.

Kantenspaltfilter-Einsatz aus Edelstahl: Spaltkorb aus profiliertem Draht für sehr zähe Medien

Kantenspalteinsatz

für sehr zähe Medien

Statt eines Gewebes ein Einsatz aus profiliertem Draht: größere offene Fläche, beulsteif, totraumarm und rückspülbar. Die Bauart kommt dort in Frage, wo Gewebe an seine Grenzen kommt – bei sehr hohen Viskositäten und hohem Differenzdruck.

Technische Daten

Rahmen und Beispiele aus unserer Fertigung für Öle und zähe Medien.

Merkmal oder BeispielWertHinweis

Siebkorbfilter für Öle

NennweiteDN80 – DN150größer als Sonderbau
DruckstufePN16höher auf Anfrage
Werkstoff1.4571Stahl ebenso möglich
SiebeinsatzLochblech 6 mm oder Feinsieb 1.000 µmbewusst grob
DichtungFKM · ePTFEePTFE nach EU 1935/2004 und 10/2011/EU
Auslegung−10 … +120 °C · 5 – 16 barRahmen der Ausführungen

Beheizte Ausführung

HeizmediumThermalöl · Dampf · Heißwassernach vorhandenem Kreis
Mantelgeschweißt, Edelstahlauch als Teilbeheizung
ZusätzlichIsolierunghält die eingebrachte Wärme
Zu beachtenSpindelverlängerungenArmaturen über der Dämmung bedienbar halten

Auslegung bei zähen Medien

Maschenweitegröber als bei Wassergegen den Druckverlust
Gehäusegrößer als die Leitungsenkt die Siebgeschwindigkeit
RechenbasisBetriebstemperaturnicht 20 °C
SiebeinsatzGewebe oder KantenspaltKantenspalt bei sehr hoher Viskosität

Je zäher das Medium, desto gröber das Sieb

Dieser Zusammenhang wird in Anfragen am häufigsten andersherum vermutet. Der Widerstand eines Siebs wächst mit der Viskosität, und zwar erheblich. Wer bei Öl oder Sirup dieselbe Feinheit wählt wie bei Wasser, bekommt einen Filter, der von der ersten Betriebsstunde an zu viel Druck kostet und ständig gereinigt werden muss.

Der richtige Weg führt über zwei Stellschrauben: gröberes Sieb und größere Fläche. Die Schutzwirkung bleibt erhalten, weil sich die Feinheit ohnehin nach dem Schutzobjekt richtet. Die Standzeit steigt deutlich. Nennen Sie uns die Viskosität bei Betriebstemperatur, dann rechnen wir es aus.

Häufige Fragen

Weil der Druckverlust mit der Viskosität steigt. Eine Feinheit, die bei Wasser unauffällig ist, macht bei Öl die Anlage unbetreibbar. Deshalb wird gröber gewählt und das Gehäuse größer ausgelegt – die Schutzwirkung richtet sich weiterhin nach dem Bauteil dahinter.

Immer dann, wenn das Medium beim Abkühlen zäh wird oder erstarrt – Bitumen, Fette, Schweröl, Schokolade. Der Mantel hält die Temperatur, die die Anlage ohnehin fährt; er ist keine Heizung, die aufheizt, sondern eine, die den Wärmeverlust ausgleicht. Ohne ihn blockiert der Filter beim nächsten Anfahren.

FKM ist die verbreitetste Wahl. Wo Lebensmittelkontakt eine Rolle spielt, kommt ePTFE nach EU 1935/2004 und 10/2011/EU in Frage. Bei hohen Temperaturen wird Graphit-Spießblech gewählt. Nennen Sie uns Medium und Temperatur, dann stimmen wir es ab.

Ein Siebeinsatz aus profiliertem Draht statt aus Gewebe. Er hat eine größere offene Fläche, ist deutlich beulsteifer, totraumarm und lässt sich rückspülen. Bei sehr hohen Viskositäten und hohem Differenzdruck ist er dem Gewebe überlegen.

Bei Ihrer Betriebstemperatur. Die Viskosität fällt mit der Temperatur erheblich – eine Auslegung bei 20 °C ergibt bei einem Kreis, der bei 120 °C fährt, ein völlig anderes Bild. Nennen Sie uns beides: Betriebstemperatur und die Viskosität dort.

Ja. Vor Produktionsbeginn erhalten Sie den Konstruktionsentwurf zur Freigabe – mit Auslegungsdaten, Werkstoffen, Maschenweite und Anbauteilen. Erst nach Ihrer Bestätigung geht der Auftrag in die Fertigung.

Die passende Ausstattung

Alle Themen im Überblick: Ausstattung und Optionen

Temperaturführung

Heizmantel und Doppelmantel

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Auslegung

Maschenweite und Filterfeinheit

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Temperaturführung

Isolierung und Wärmedämmung

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Gehäuse

Deckel-Schnellverschluss

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Gehäuse

Dichtungen

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Gehäuse

Deckel-Hebe- und Schwenkvorrichtung

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Ölkreis auslegen lassen

Nennen Sie uns Medium, Viskosität bei Betriebstemperatur, Volumenstrom und das Bauteil, das geschützt werden soll – Sie erhalten eine Auslegung mit Bauform, Feinheit und Beheizung.

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