Anwendungen

Chemikalienfilter
für Säuren und Laugen

Beim Chemikalienfilter ist die Maschenweite die kleinere Frage. Ob Säurefilter oder Laugenfilter: Entscheidend ist, welcher Werkstoff dem Medium bei Ihrer Konzentration und Temperatur standhält – und welche Nachweise die Anlage verlangt.

Chemie und Petrochemie mit Säuren und Laugen als Einsatzbereich für Chemikalienfilter

Zuerst

Werkstoffverträglichkeit

Werkstoffe

1.4571 · 1.4404 · Duplex

Ausgeführt

bis +150 °C, Fluidgruppe 1

Auch

Unterdruck bis −0,1 bar

Warum hier der Werkstoff vor der Feinheit kommt

Für Säuren, Laugen und Lösemittel gibt es keine sinnvolle Maschenweiten-Empfehlung je Medium – und das ist fachlich richtig. Ein Filter, der im falschen Werkstoff steht, versagt unabhängig davon, wie fein sein Sieb ist. Die Auswahl beginnt deshalb bei der Beständigkeit: 1.4404 und 1.4571 decken viel ab, bei Chloriden und höheren Temperaturen kommen Duplex, Hastelloy, Alloy 20 oder Monel in Frage.

Dabei zählt nicht nur das Medium, sondern die Kombination aus Konzentration und Temperatur. Dieselbe Säure ist verdünnt und kalt unkritisch, konzentriert und heiß greift sie austenitischen Edelstahl an. Deshalb fragen wir immer nach beidem – und im Zweifel prüfen wir gegen ein Beständigkeitsdiagramm, statt zu schätzen.

Die Dichtung folgt derselben Logik. Viton, PTFE und Graphit decken unterschiedliche Bereiche ab; die Dichtung ist häufig das Bauteil, das die Grenze des Filters setzt – nicht das Gehäuse.

  • Werkstoffverträglichkeit vor Maschenweite
  • Konzentration und Temperatur zusammen betrachten
  • Dichtung setzt oft die eigentliche Grenze
  • Berstscheibe, wo Überdruck entstehen kann
  • Auslegung nach Fluidgruppe und Druckgeräterichtlinie
  • Auch für Unterdruck und Vakuumbetrieb

Was hier geschützt wird

In der Chemie sitzen Filter vor Bauteilen, deren Ausfall den ganzen Strang stillsetzt – und vor dem Produkt selbst.

Anlagentechnik

  • Pumpen und Verdichter
  • Regelventile und Dosierstellen
  • Katalysatoren und Reaktoren
  • Wärmeübertrager und Kondensatoren
  • Messstellen und Analysetechnik

Produkt und Sicherheit

  • Produktschutz vor Fremdpartikeln
  • Rückhaltung vor Abfüllung und Verpackung
  • Freischaltung und Revision mit Steckscheiben
  • Druckentlastung über Berstscheiben
  • Emissionsdichtheit an der Verbindung

Bauformen für aggressive Medien

Die Bauform folgt dem Prozess – die Werkstoffwahl steht davor.

Einfachfilter Typ EF DN50 aus Edelstahl mit Entlüftungsmuffe und Entleerung per Kugelhahn für Säuren und Laugen in der Chemieindustrie

Einfachfilter

Säuren, Laugen, Elektrolyte

Rahmen der Ausführung: DN50 bis DN80 in PN10 oder PN16, Edelstahl 1.4571 oder 1.4404, Maschenweite 50 µm bis 1 mm, Verschluss als Tri-Clamp oder Klammerflansch, Dichtung FKM, PTFE oder EPDM. Ausgelegt für −10 bis +110 °C und Unterdruck ab −0,1 bar bis 10 bar.

Siebkorbfilter Typ SKF DN100 PN16 aus Edelstahl mit Schnellverschluss am Deckel und Entleerung mit Flansch, für Säuren und Laugen in der Chemieindustrie

Siebkorbfilter

Chemie und Dispersionen

Für größere Volumenströme und höhere Temperaturen: DN50 bis DN100 in PN16, Edelstahl 1.4571, Maschenweite 400 bis 1.000 µm, Dichtung als PTFE-O-Ring oder Graphit. Ausgelegt für −10 bis +150 °C und 5 bis 12 bar, auch für Fluidgruppe 1.

Doppelfilter Typ DF DN65 PN40 aus Edelstahl mit Kompakt-2-Wege-Kugelhähnen zur Umschaltung im Handbetrieb, für Säuren und Laugen in Chemie und Petrochemie

Doppelfilter

ohne Prozessunterbrechung

DN50 bis DN100 in PN16, Edelstahl 1.4571, Maschenweite 200 µm bis 1 mm, Umschalteinheit aus vier Kompaktkugelhähnen in Edelstahl mit PTFE-Dichtung. Ein- und Auslass lassen sich auf einer Seite anordnen, wenn der Bauraum es verlangt.

Topfschmutzfänger Typ PSA DN25 aus Edelstahl mit Schnellverschluss an der Kopföffnung für einfachen Siebwechsel

Topfschmutzfänger

kompakt und temperaturfest

Die Reihe von DN25 bis DN100 in PN10, Edelstahl 1.4571 – in der Viton-Ausführung bis +150 °C und damit 30 Kelvin über der Standardausführung mit EPDM. Feinstsieb ab 20 µm, Aseptik-Klemmverbindung als Schnellverschluss.

Doppelkorb aus Edelstahl mit Stützkorb und Feinsieb als Siebeinsatz und Ersatzsieb für den Vakuumbetrieb, für Säuren und Laugen in der Chemieindustrie

Für Vakuumbetrieb

Doppelkorb statt Einzelkorb

Unter Unterdruck wirkt die Druckdifferenz von außen auf den Korb. Dafür führen wir den Einsatz als Doppelkorb aus und legen zusätzlich ein Feinsieb in den Boden – ausgelegt ab −0,1 bar.

Technische Daten

Rahmen und Beispiele aus unserer Fertigung für Chemie, Säuren und Laugen.

Merkmal oder BeispielWertHinweis

Werkstoffe

Standard Edelstahl1.4571 · 1.4404deckt viele Medien ab
Bei ChloridenDuplexhöhere Lochfraßbeständigkeit
SonderwerkstoffeHastelloy · Alloy 20 · Monelnach Beständigkeitsprüfung
Siebeinsatz1.4301 · 1.4401 · 1.4404getrennt vom Gehäuse wählbar

Einfachfilter Säuren und Laugen

NennweiteDN50 – DN80PN10 · PN16
Maschenweite50 µm – 1 mmnach Schutzobjekt
VerschlussTri-Clamp · Klammerflanschwerkzeuglos zu öffnen
DichtungFKM · PTFE · EPDMnach Medium
Auslegung−10 … +110 °C · −0,1 bis 10 barauch Unterdruck

Siebkorbfilter Chemie

NennweiteDN50 – DN100PN16
Maschenweite400 – 1.000 µmgröber bei Dispersionen
DichtungPTFE-O-Ring · Graphitnach Temperatur
Auslegung−10 … +150 °C · 5 – 12 barFluidgruppe 1 möglich

Nachweise und Sicherheit

RegelwerkDGRL 2014/68/EU · AD 2000Auslegung und Fertigung
ZeugnisAbnahmeprüfzeugnis 3.1nach DIN EN 10204
DruckentlastungBerstscheibewo Überdruck entstehen kann
FreischaltenSteckscheibenBlind-, Brillen- und Lochscheibe

Nennen Sie Konzentration und Temperatur, nicht nur das Medium

„Schwefelsäure“ ist keine ausreichende Angabe für eine Werkstoffwahl. Verdünnt und kalt ist sie mit austenitischem Edelstahl beherrschbar, konzentriert und heiß greift sie ihn an. In einem mittleren Bereich verhält sie sich wieder anders. Dasselbe gilt für Laugen, Chloride und Lösemittelgemische.

Wir brauchen drei Angaben: Medium mit Konzentration, Betriebstemperatur und – sofern vorhanden – die Werkstofffreigabe Ihres Hauses. Damit prüfen wir gegen die Beständigkeitsdaten und sagen Ihnen, welcher Werkstoff trägt und wo wir ihn nicht empfehlen.

Häufige Fragen

Die Frage führt hier in die Irre – für Säuren, Laugen und Lösemittel gibt es keine mediumspezifische Empfehlung, und das ist fachlich richtig. Die Feinheit folgt dem Schutzobjekt wie überall; entscheidend ist stattdessen der Werkstoff.

1.4571 und 1.4404 als Standard, bei Chloriden Duplex, darüber hinaus Hastelloy, Alloy 20 und Monel. Gehäuse und Siebeinsatz wählen wir getrennt – das Gehäuse trägt den Druck, der Einsatz steht im Durchfluss.

Sie setzt oft die eigentliche Grenze des Filters. Viton, PTFE und Graphit decken unterschiedliche Bereiche ab; im Zweifel prüfen wir sie gegen das Medium mit, statt sie als Nebensache zu behandeln.

Ja. Unter Unterdruck wirkt die Druckdifferenz von außen auf den Siebkorb – dafür führen wir ihn als Doppelkorb aus und legen zusätzlich ein Feinsieb in den Boden. Ausgeführt ab −0,1 bar.

Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach DIN EN 10204 für die drucktragenden und mediumberührten Bauteile, Auslegung nach DGRL 2014/68/EU und AD 2000, dazu die Einordnung in die Fluidgruppe. Wo Explosionsschutz gefordert ist, klären wir die Anforderung an die Anbauteile mit Ihnen.

Ja. Vor Produktionsbeginn erhalten Sie den Konstruktionsentwurf zur Freigabe – mit Auslegungsdaten, Werkstoffen, Maschenweite und Anbauteilen. Erst nach Ihrer Bestätigung geht der Auftrag in die Fertigung.

Die passende Ausstattung

Alle Themen im Überblick: Ausstattung und Optionen

Auslegung

Werkstoffe

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Dokumentation

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Überwachung

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Auslegung

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Gehäuse

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Werkstoff und Auslegung klären

Nennen Sie uns Medium mit Konzentration, Betriebstemperatur und Druck – wir prüfen die Beständigkeit und legen Gehäuse, Einsatz und Dichtung darauf aus.

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