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Brillensteckscheibe · Umsteckscheibe
Brillensteckscheibe Typ US
Die Brillensteckscheibe vereint Blind- und Lochscheibe an einem Stück, verbunden wie ein Brillengestell. Schrauben lösen, Scheibe umstecken, wieder festziehen – die Leitung ist zu oder frei, je nachdem, welche Hälfte in der Verbindung steckt.
Der Vorteil gegenüber zwei einzelnen Scheiben: Es kann nichts verlegt werden, und von außen ist immer abzulesen, in welchem Zustand die Leitung ist.
Die zwei Stellungen
Umstecken statt Tauschen
Die Brille hat zwei Hälften. Welche in der Flanschverbindung sitzt, entscheidet über den Zustand der Leitung – die andere hängt sichtbar daneben.
Volle Hälfte eingesteckt
Die Leitung ist gesperrt
Die geschlossene Scheibe trennt mechanisch. Der offene Ring steht heraus und zeigt: Hier ist zu. Kein Zweifel, keine Verwechslung, kein Blick ins Schaltschema nötig.
Offene Hälfte eingesteckt
Die Leitung ist frei
Der Ring mit vollem Durchgang sitzt in der Verbindung, die volle Scheibe hängt außen. Die Bauhöhe bleibt gleich – Schrauben und Dichtungen sind dieselben wie vorher.
Weil beide Hälften dieselbe Dicke haben, ändert sich beim Umstecken nichts an der Flanschverbindung. Das ist der eigentliche Gewinn gegenüber zwei getrennten Scheiben.
Funktion und Vorteil
Ein Teil für beide Zustände
Im Einbau sitzt die Brillensteckscheibe zwischen zwei Flanschen der Rohrleitung. Eine Hälfte steckt in der Verbindung, die andere steht außen daneben. Für den Wechsel lösen Sie die Schrauben, stecken die Scheibe um und ziehen wieder fest.
- Zustand von außen ablesbar: Die herausstehende Hälfte zeigt, ob die Leitung gesperrt oder frei ist.
- Nichts geht verloren: Blind- und Lochscheibe hängen zusammen. Kein zweites Teil muss gelagert, gesucht oder zugeordnet werden.
- Gleiche Bauhöhe in beiden Stellungen: Beide Hälften sind gleich dick. Flanschabstand, Schrauben und Rohrleitung bleiben unverändert.
- Sicher getrennt statt nur geschlossen: Die volle Hälfte trennt die Leitung mechanisch. Das gilt auch dann, wenn eine Armatur davor nicht ganz dicht ist.
- Immer zur Hand: Die Brille bleibt dauerhaft am Flansch. Für den nächsten Wechsel ist sie sofort da.
Die Brillensteckscheibe lohnt sich überall dort, wo eine Leitung regelmäßig gesperrt und wieder freigegeben wird. Wird nur einmal verblindet, genügt eine Blindscheibe Typ BS.
Drehbrille
Wenn das Gewicht zum Thema wird
Ab mittleren Nennweiten wird eine Brillensteckscheibe schwer – bei DN300 und PN40 ist die volle Hälfte 35 mm dick. Sie zum Umstecken vollständig herauszunehmen, ist dann kein Handgriff mehr.
Dafür gibt es die Drehbrille: eine Ausführung mit Bohrung, die über eine Schraube der Flanschverbindung drehbar gelagert wird. Die Scheibe bleibt am Flansch und wird nur geschwenkt.
- Bohrung für die Lagerung an einer vorhandenen Flanschschraube
- kein vollständiges Herausnehmen beim Umstecken
- besonders bei großen Nennweiten und in beengter Einbaulage
- auf Anfrage für alle Nennweiten
Ob eine Drehbrille sinnvoll ist, entscheidet sich an zwei Punkten: der Häufigkeit des Umsteckens und dem Platz neben dem Flansch.
Ausführung
Standard und Optionen
Im Standard
- Nennweiten DN10 bis DN500, Druckstufen PN6 bis PN40
- Werkstoff Edelstahl 1.4301 oder Stahl 1.0425
- Maße nach DIN 2626, Einbau zwischen Normflansche nach DIN EN 1092-1 oder ANSI B 16.5
- Dichtfläche Form AA, unbearbeitet
- Standard mit Fahne – sichtbar von außen, beschriftbar
Auf Anfrage
- Bohrung für drehbare Lagerung (Drehbrille)
- höhere Druckstufen von PN63 bis PN160
- größere Nennweiten
- Dichtleisten Form B, C oder D statt Form AA
- kundenspezifische Werkstoffe und Baulängen
- Entlüftung an der Blindhälfte mit Kugelhahn oder Flanschanschluss
- Zeugnisse und Abnahmen nach Vorgabe
Werkstoff
Edelstahl oder Stahl – für Medium und Umgebung
Die Brillensteckscheibe bleibt dauerhaft zwischen den Flanschen. Eine Hälfte steht im Medium, die andere hängt außen an der Luft. Der Werkstoff muss deshalb zu beidem passen.
Standard
Edelstahl 1.4301
Der nichtrostende Chrom-Nickel-Stahl kommt ohne Beschichtung aus. Er bleibt in Wasser, in vielen wässrigen Lösungen und an feuchter Luft blank. So setzt sich die Scheibe nicht im Flansch fest, und die Fahne bleibt lesbar.
Wirtschaftliche Alternative
Stahl 1.0425
Der warmfeste Druckbehälterstahl P265GH ist für Druck und erhöhte Temperatur ausgelegt. Er passt zu Leitungen aus unlegiertem Stahl, wie sie bei Dampf, Heißwasser, Öl und Gas üblich sind. Kommen Feuchtigkeit und Sauerstoff zusammen, rostet er. In trockenen oder öligen Medien spielt das keine Rolle.
Andere Werkstoffe fertigen wir auf Anfrage, zum Beispiel 1.4571 für chloridhaltige Medien. Nennen Sie uns Medium, Temperatur und den Werkstoff der Flansche. Dann empfehlen wir Ihnen die passende Ausführung.
Entlüftung
Brillensteckscheibe mit Entlüftung: Druck ablassen, bevor umgesteckt wird
Hinter der geschlossenen Hälfte der Brillensteckscheibe bleibt oft Medium eingeschlossen. Manchmal steht dort auch noch Druck. Die Brillensteckscheibe mit Entlüftung trägt dafür seitlich an der Blindhälfte einen Anschluss. Darüber lassen Sie Druck und Medium kontrolliert ab, bevor die Schrauben gelöst werden.
Standard
Entlüftung mit Kugelhahn
Der Kugelhahn sitzt außen an der Blindhälfte. Eine Bohrung verbindet ihn mit dem abgesperrten Leitungsteil. Vor dem Umstecken entspannen und entleeren Sie darüber den Abschnitt. Beim Wiederbefüllen entweicht die Luft.
- Restdruck und Medium vor dem Umstecken ablassen
- Luft ablassen beim Wiederbefüllen
- Kugelhahn außerhalb der Flansche, frei zugänglich
Mit Flanschanschluss
Entlüftung mit Flanschanschluss
Statt des Kugelhahns trägt die Blindhälfte einen Flanschstutzen. Daran schließen Sie eine eigene Armatur, eine Entleerungsleitung oder ein Manometer an. So wird die Trennstelle zugleich zum Anschlusspunkt für Entleerung und Druckprüfung.
- größerer Querschnitt zum Entleeren und Spülen
- eigene Armatur, Leitung oder Manometer anschließen
- Prüfdruck direkt an der Trennstelle ablesen
Anschlüsse und Zubehör nach Wunsch
Der Anschluss an der Blindhälfte richtet sich nach Ihrer Anlage. Ob Flanschanschluss, Schweißanschluss, Innengewinde oder Außengewinde: Wir setzen die Anschlussart, die zu Ihrer Leitung passt. Das Zubehör liefern wir nach Ihrer Vorgabe mit.
Nennen Sie uns Nennweite, Druckstufe und Medium. Sagen Sie uns auch, welche Anschlussart und welches Zubehör Sie brauchen. Wird die Brillensteckscheibe als Drehbrille ausgeführt, setzen wir den Anschluss so, dass er beim Schwenken frei bleibt.
Dichtfläche
Glatt oder mit Nut und Feder – passend zum Flansch
Eine Steckscheibe muss zur Dichtfläche der Flansche passen, zwischen denen sie sitzt. Im Standard ist sie beidseitig glatt. Für Flansche mit Nut oder Feder nach DIN EN 1092-1 fertigen wir die Gegenform. Trägt der Flansch eine Feder, erhält die Scheibe an dieser Seite eine Nut – und umgekehrt.
Form AA
Glatt · Standard
Beidseitig glatt und unbearbeitet, wahlweise mit Dichtleiste Form BB. Passt zu Flanschen mit glatter Dichtfläche oder Dichtleiste.
Form DD
Nut – Nut
Eine Nut auf beiden Seiten. Die Scheibe sitzt zwischen zwei Flanschen mit Feder.
Form CD
Nut – Feder
Eine Seite mit Nut, die andere mit Feder. Das ist die Form für die übliche Nut-Feder-Verbindung aus einem Feder- und einem Nutflansch.
Form CC
Feder – Feder
Eine Feder auf beiden Seiten. Die Scheibe sitzt zwischen zwei Flanschen mit Nut.
Warum Nut und Feder
- Die Dichtung liegt gekammert und kann nicht herausgedrückt werden.
- Die Scheibe zentriert sich beim Einbau selbst in der Verbindung.
- Die Verbindung bewährt sich bei hohen Drücken, hohen Temperaturen und kritischen Medien.
Beim Umstecken braucht die Brille mehr Weg. Feder und Nut müssen erst ganz aus dem Eingriff kommen, bevor sich die Scheibe drehen lässt. Die Flansche werden dafür weiter auseinandergedrückt als bei glatten Dichtflächen.
Die Maßtabelle nennt die Dicke S1 der glatten Ausführung. Mit Nut oder Feder legen wir die Dicke eigens fest und nennen sie Ihnen im Angebot.
Nennen Sie uns die Dichtflächen Ihrer Flansche, zum Beispiel Form C und Form D nach DIN EN 1092-1. Dann liefern wir die passende Gegenform.
Maße
Abmessungen nach DIN 2626
∅ A ist der Außendurchmesser beider Hälften, ∅ B der freie Durchgang der offenen Hälfte, S die Dicke. Alle Maße in Millimetern.
| DN | ∅B | PN6 ∅A/S | PN10 ∅A/S | PN16 ∅A/S | PN25 ∅A/S | PN40 ∅A/S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| DN10 | 16 | 39 / 4 | 46 / 6 | 46 / 6 | 46 / 6 | 46 / 6 |
| DN15 | 20 | 44 / 4 | 51 / 6 | 51 / 6 | 51 / 6 | 51 / 6 |
| DN20 | 25 | 54 / 4 | 61 / 6 | 61 / 6 | 61 / 6 | 61 / 6 |
| DN25 | 31 | 64 / 4 | 71 / 6 | 71 / 6 | 71 / 6 | 71 / 6 |
| DN32 | 40 | 76 / 4 | 82 / 8 | 82 / 8 | 82 / 8 | 82 / 8 |
| DN40 | 46 | 86 / 4 | 92 / 8 | 92 / 8 | 92 / 8 | 92 / 8 |
| DN50 | 58 | 96 / 6 | 107 / 10 | 107 / 10 | 107 / 10 | 107 / 10 |
| DN65 | 74 | 116 / 6 | 127 / 10 | 127 / 10 | 127 / 10 | 127 / 10 |
| DN80 | 86 | 132 / 6 | 142 / 12 | 142 / 12 | 142 / 12 | 142 / 12 |
| DN100 | 110 | 152 / 6 | 162 / 10 | 162 / 10 | 168 / 15 | 168 / 15 |
| DN125 | 136 | 182 / 8 | 192 / 10 | 192 / 10 | 194 / 15 | 194 / 15 |
| DN150 | 164 | 207 / 8 | 218 / 12 | 218 / 12 | 224 / 20 | 224 / 20 |
| DN200 | 215 | 262 / 10 | 273 / 12 | 273 / 15 | 284 / 20 | 290 / 25 |
| DN250 | 268 | 317 / 12 | 328 / 15 | 329 / 20 | 340 / 25 | 352 / 30 |
| DN300 | 319 | 373 / 12 | 378 / 20 | 384 / 20 | 400 / 25 | 417 / 35 |
| DN350 | 351 | 423 / 15 | 438 / 20 | 444 / 25 | 457 / 30 | 474 / 35 |
| DN400 | 402 | 473 / 20 | 489 / 20 | 495 / 25 | 514 / 30 | 546 / 40 |
| DN450 | 453 | 528 / 20 | 539 / 25 | 555 / 30 | 564 / 35 | 571 / 45 |
| DN500 | 503 | 578 / 20 | 594 / 25 | 617 / 30 | 624 / 40 | 628 / 50 |
Die Maße gelten je Hälfte – der Gesamtsteg ist entsprechend länger. Höhere Druckstufen bis PN160 und größere Nennweiten fertigen wir auf Anfrage.
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Für ein Angebot brauchen wir Nennweite, Druckstufe und Werkstoff. Wird häufig umgesteckt oder ist neben dem Flansch wenig Platz, wählen Sie die Drehbrille. Weitere Größen ergänzen Sie mit „+ weitere Position“.
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Häufige Fragen
Was oft gefragt wird
Die Brille lohnt sich, wenn regelmäßig zwischen gesperrt und frei gewechselt wird: Sie bleibt an der Verbindung, es kann nichts verlegt werden, und der Zustand ist ablesbar. Wird nur einmal verblindet, genügen Blind- und Lochscheibe einzeln.
Das hängt an Nennweite und Druckstufe – bei DN300 und PN40 sind es zwei Scheiben mit je 35 mm Dicke plus Steg. Ab dieser Größe ist die Drehbrille die praktikablere Ausführung.
Eine Brillensteckscheibe mit Bohrung, die über eine Schraube der Flanschverbindung gelagert wird. Zum Umstecken werden die Schrauben gelöst und die Scheibe geschwenkt, statt sie herauszunehmen.
Ja. Beide Hälften haben dieselbe Dicke – Schrauben, Dichtungssitz und Baulänge ändern sich nicht. Genau deshalb ist die Brille bei häufigem Wechsel der sichere Weg.
Die Maße folgen DIN 2626, der Einbau geschieht zwischen Normflansche nach DIN EN 1092-1 oder ANSI B 16.5. Die Dichtfläche ist im Standard Form AA, unbearbeitet.
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