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Beutelfilter
Beutelfilter bis 1 µm
Wo ein Drahtgewebe bei 50 µm endet, geht der Filterbeutel bis 1 µm hinunter. Er wird in denselben Stützkorb eingelegt, den auch ein Feinsieb tragen würde – am Gehäuse ändert sich nichts.
Der Beutelfilter ist deshalb bei uns kein eigenes Gerät, sondern eine Ausführung des Filtereinsatzes. Das hat einen praktischen Vorteil: Zwischen Sieb und Beutel lässt sich wechseln, ohne den Filter zu tauschen.
ISO 9001 · TÜV-Schweißbetrieb AD2000-HP0 · DGRL 2014/68/EU
Funktionsprinzip
Der Korb trägt, der Beutel trennt
Das Medium strömt von innen nach außen durch den Beutel. Was zurückgehalten wird, bleibt im Beutel – nicht im Gehäuse. Der Stützkorb aus Edelstahl nimmt dabei den Druck auf; ohne ihn würde der Beutel dem Durchfluss nicht standhalten.
Oben trägt der Beutel einen Kunststoffring, der ihn in Form hält und gegen den Korbrand abdichtet. Beim Wechsel wird der Deckel geöffnet, der Beutel am Ring herausgezogen und ein neuer eingesetzt – ohne Werkzeug, ohne Reinigen.
- Anströmung von innen nach außen
- Stützkorb aus Edelstahl nimmt den Druck auf
- Kunststoffring hält den Beutel in Form
- Wechsel ohne Werkzeug
Beutelmaterial
Drei Vliese, ein Feinheitsbereich von 1 bis 300 µm
Das Material entscheidet über Beständigkeit und Feinheit. Welches passt, ergibt sich aus dem Medium und der Temperatur – und aus der Frage, wie fein wirklich getrennt werden muss.
Polypropylen-Vlies
Der Standard: beständig gegen die meisten wässrigen Medien, Säuren und Laugen, und mit 1 bis 300 µm der breiteste Feinheitsbereich. Wenn nichts dagegen spricht, ist PP die erste Wahl.
Polyester-Vlies
Für Medien, bei denen Polypropylen an seine Grenzen kommt. Der Feinheitsbereich reicht von 1 bis 200 µm; die Faser ist formstabiler und hält höhere Temperaturen aus.
Nylon und Sonderausführungen
Auf Anfrage, etwa als Gewebebeutel statt Vlies – dann waschbar und mehrfach verwendbar. Sinnvoll, wo der Beutel nicht als Verbrauchsteil gedacht ist.
Die Beutelgröße folgt nicht der Nennweite, sondern dem Korb: Die Größen 1 bis 4 sind genormt, und dieselbe Größe passt in jedes Gehäuse, das dafür ausgelegt ist. Das macht die Beschaffung einfach – Ersatzbeutel sind kein Sonderteil.
Beutel und Feinsieb schließen sich nicht aus. Sitzt das Sieb vor dem Beutel, hält es grobe Bestandteile zurück und verlängert die Standzeit der teureren Stufe. Wirtschaftlich ist das meist der bessere Weg: Ein Sieb wird gereinigt, ein Beutel entsorgt.
Der Beutel ist ein Wechselteil, kein Dauerbauteil – er wird getauscht, nicht gereinigt. Deshalb liegt die Druckstufe niedriger als bei einem Filter mit Siebkorb. Wo feine Trennung und hoher Druck zusammenkommen, ist ein gefaltetes Siebgewebe die bessere Lösung – siehe Maschenweite und Filterfeinheit.
Gehäuse
Welcher Filter den Beutel aufnimmt
Weil der Beutel ein Einsatz ist, kommt als Gehäuse jede unserer Korbbauarten in Frage. Welche passt, entscheidet nicht der Beutel, sondern die Einbausituation.
Kompakt
Topfschmutzfänger
Die häufigste Wahl in kleinen Nennweiten: Schnellverschluss ohne Werkzeug, hängender Einbau, schneller Beutelwechsel.
Standard
Einfachfilter und Siebkorbfilter
Für größere Nennweiten und höhere Volumenströme.
Einfachfilter Typ EF →Ohne Abschalten
Doppelfilter
Wenn der Beutelwechsel den Betrieb nicht unterbrechen darf: umschalten, wechseln, weiterfahren.
Doppelfilter Typ DF →Die Beutelfiltergehäuse aus Stahl oder Edelstahl entstehen bei uns, geschweißt und mit den Anschlüssen, die die Einbaustelle verlangt. So lässt sich zum Beispiel ein Einfachfilter in Stahl oder Edelstahl so ausführen, dass er Filterbeutel aufnimmt.
- Anschlüsse am Beutelfilter – Flansch, Schweißende, Außen- oder Innengewinde, auf Wunsch Milchrohrverschraubung
- Schnellverschluss am Deckel – beim Beutelfilter wichtiger als anderswo, weil häufiger gewechselt wird
- Differenzdruckanzeige – sie zeigt an, wann der Beutel voll ist
- Heizmantel und Isolierung – für Medien, die warm bleiben müssen
- Standfüße und Montagepunkte – für den freistehenden Einbau
Die Beutel selbst sind Verbrauchsmaterial. Auf Wunsch beschaffen wir sie nach Ihrer Vorgabe mit, damit Gehäuse und Einsatz von Anfang an zusammenpassen.
Häufige Fragen zum Beutelfilter
Nein. Der Beutel wird in denselben Stützkorb eingelegt, der sonst das Feinsieb trägt. Wer bereits einen Siebkorb-, Einfach- oder Doppelfilter im Einsatz hat, kann in vielen Fällen umrüsten – nennen Sie uns die Maße des vorhandenen Korbs, dann prüfen wir das.
Die Grenze liegt bei etwa 50 µm. Darüber ist ein Drahtgewebe im Vorteil: Es wird gereinigt und wieder eingesetzt, hält höhere Drücke aus und verursacht keine Folgekosten. Darunter führt kaum ein Weg am Beutel vorbei. Bei hoher Schmutzfracht ist die Kombination aus beidem meist die wirtschaftlichste Lösung.
Am Differenzdruck. Er steigt, sobald sich der Beutel zusetzt – anders als beim Sieb aber schneller und gegen Ende steil. Eine Differenzdruckanzeige am Filter gehört deshalb zu jeder Beutelausführung.
Sprechen Sie uns darauf an – Material, Feinheit und Größe legen wir gemeinsam mit Ihnen fest, damit Ersatz später ohne Rückfragen beschafft werden kann. Die Größen 1 bis 4 sind genormt.
Weiterführende Themen
Alle Sonderbauten im Überblick: Sonderfilter
Ihren Beutelfilter auslegen
Nennen Sie uns Medium, Volumenstrom, Druck und Temperatur sowie die Feinheit, die erreicht werden soll. Sie erhalten eine Auslegung mit Gehäuse, Beutelmaterial und Größe. Wo ein Feinsieb wirtschaftlicher arbeitet, sagen wir Ihnen das.