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Drosselscheibe · Drosselblende
Drosselscheibe Typ DS
Die Drosselscheibe ist eine Scheibe mit verengter Bohrung, zwischen zwei Flansche geklemmt. Als Drosselblende oder Lochblende in der Rohrleitung begrenzt sie den Volumenstrom und baut Druck definiert ab – ohne bewegliche Teile, ohne Wartung, ohne Hilfsenergie.
Wo eine Pumpe zu viel liefert oder ein Vordruck zu hoch ansteht, ist die Drosselscheibe in der Rohrleitung die einfachste Lösung: ein Bauteil mit einem festen Bohrungsdurchmesser. Als Hersteller fertigen wir Drosselblenden und Drosselsteckscheiben nach Ihrer Auslegung.
Abgrenzung
Drosselscheibe, nicht Lochscheibe
Die beiden werden regelmäßig verwechselt, weil beide eine Bohrung haben. Der Unterschied ist grundsätzlich.
Drosselscheibe Typ DS
Verengte Bohrung. Sie soll den Strom begrenzen und Druck abbauen. Der Durchmesser folgt der Rechnung, nicht der Nennweite.
Lochscheibe Typ LS
Voller Durchgang. Sie hält nur den Bauraum der ausgebauten Blindscheibe frei und ändert an der Strömung nichts. Zur Lochscheibe →
Auch der Name Drosselblende ist gebräuchlich und meint dasselbe Bauteil.
Auslegung
Was die Bohrung bestimmt
Alles an der Drosselscheibe ist Norm – bis auf die Bohrung. Die ist anwendungsspezifisch und wird für jeden Fall gerechnet. Vier Angaben brauchen wir dafür.
Das Medium
Dichte und Viskosität bestimmen, wie viel durch eine gegebene Bohrung fließt. Wasser verhält sich anders als Öl, Gas anders als beides.
Der Volumenstrom
Was durchfließen soll – und was höchstens durchfließen darf. Aus der Differenz ergibt sich, wie stark gedrosselt wird.
Der Vordruck
Was vor der Scheibe ansteht. Zusammen mit dem gewünschten Druck dahinter ergibt das die abzubauende Differenz.
Die Betriebstemperatur
Sie beeinflusst die Stoffwerte und damit das Ergebnis – und bestimmt mit, welcher Werkstoff in Frage kommt.
Mit diesen vier Angaben legen wir den Bohrungsdurchmesser aus. Fehlt eine, raten wir nicht – eine falsch berechnete Blende drosselt entweder zu wenig oder erzeugt Kavitation.
Ausführung
Standard und Optionen
Im Standard
- Nennweiten DN10 bis DN500, Druckstufen PN6 bis PN40
- Werkstoff Edelstahl 1.4301 oder Stahl 1.0425
- Maße nach DIN 2626, Einbau zwischen Normflansche nach DIN EN 1092-1 oder ANSI B 16.5
- Dichtfläche Form AA, unbearbeitet
- Standard mit Fahne – sichtbar von außen, beschriftbar
- Bohrungsdurchmesser nach Ihrer Auslegung
Auf Anfrage
- höhere Druckstufen von PN63 bis PN160
- größere Nennweiten
- Dichtleisten Form B, C oder D statt Form AA
- kundenspezifische Werkstoffe und Baulängen
- Entlüftung mit Kugelhahn oder Flanschanschluss, auch als Messpunkt
- Zeugnisse und Abnahmen nach Vorgabe
- mehrstufige Ausführung, wenn die Druckdifferenz für eine Blende zu groß ist
Werkstoff
Edelstahl oder Stahl – damit die Bohrung ihr Maß hält
An der Bohrung strömt das Medium schneller als im Rohr. Rost an der Bohrungskante verändert den Querschnitt und damit den Durchfluss, auf den die Scheibe ausgelegt ist.
Bei wässrigen Medien ist Edelstahl deshalb die sichere Wahl. In Öl, Dampf oder Gas arbeitet Stahl ebenso zuverlässig.
Standard
Edelstahl 1.4301
Der nichtrostende Chrom-Nickel-Stahl kommt ohne Beschichtung aus. Er bleibt in Wasser, in vielen wässrigen Lösungen und an feuchter Luft blank. So setzt sich die Scheibe nicht im Flansch fest, und die Fahne bleibt lesbar.
Wirtschaftliche Alternative
Stahl 1.0425
Der warmfeste Druckbehälterstahl P265GH ist für Druck und erhöhte Temperatur ausgelegt. Er passt zu Leitungen aus unlegiertem Stahl, wie sie bei Dampf, Heißwasser, Öl und Gas üblich sind. Kommen Feuchtigkeit und Sauerstoff zusammen, rostet er. In trockenen oder öligen Medien spielt das keine Rolle.
Andere Werkstoffe fertigen wir auf Anfrage, zum Beispiel 1.4571 für chloridhaltige Medien. Nennen Sie uns Medium, Temperatur und den Werkstoff der Flansche. Dann empfehlen wir Ihnen die passende Ausführung.
Entlüftung
Drosselscheibe mit Entlüftung: Druck ablassen, ohne die Leitung umzubauen
Auch an einer Drosselscheibe steht vor Arbeiten an der Leitung oft noch Druck. Die Drosselscheibe mit Entlüftung trägt dafür seitlich am Ring einen Anschluss. Sie wird wie jede Drosselscheibe zwischen zwei vorhandene Flansche gesetzt. Die Leitung muss dafür weder geschnitten noch geschweißt werden.
Standard
Entlüftung mit Kugelhahn
Der Kugelhahn sitzt außen am Ring der Drosselscheibe. Eine Bohrung verbindet ihn mit dem Durchgang. Vor dem Öffnen der Flanschverbindung entspannen und entleeren Sie darüber den Abschnitt. Beim Befüllen entweicht die Luft.
- Restdruck und Medium vor dem Öffnen ablassen
- Luft ablassen beim Befüllen und Anfahren
- Kugelhahn außerhalb der Flansche, frei zugänglich
Mit Flanschanschluss
Entlüftung mit Flanschanschluss
Statt des Kugelhahns trägt der Ring einen Flanschstutzen. Daran schließen Sie eine eigene Armatur, eine Entleerungsleitung oder ein Manometer an. Zusammen mit einem Messpunkt vor der Scheibe sehen Sie so, welchen Druck die Bohrung abbaut.
- größerer Querschnitt zum Entleeren und Spülen
- eigene Armatur oder Messgerät anschließen
- Druckabfall im Betrieb kontrollieren
Anschlüsse und Zubehör nach Wunsch
Der Anschluss am Ring richtet sich nach Ihrer Anlage. Ob Flanschanschluss, Schweißanschluss, Innengewinde oder Außengewinde: Wir setzen die Anschlussart, die zu Ihrer Leitung passt. Das Zubehör liefern wir nach Ihrer Vorgabe mit.
Nennen Sie uns Nennweite, Druckstufe, Medium und den gewünschten Druckabfall. Sagen Sie uns auch, welche Anschlussart und welches Zubehör Sie brauchen. Soll die Drosselscheibe selbst unverändert bleiben, setzen wir eine Lochscheibe mit Entlüftung direkt daneben.
Dichtfläche
Glatt oder mit Nut und Feder – passend zum Flansch
Eine Steckscheibe muss zur Dichtfläche der Flansche passen, zwischen denen sie sitzt. Im Standard ist sie beidseitig glatt. Für Flansche mit Nut oder Feder nach DIN EN 1092-1 fertigen wir die Gegenform. Trägt der Flansch eine Feder, erhält die Scheibe an dieser Seite eine Nut – und umgekehrt.
Form AA
Glatt · Standard
Beidseitig glatt und unbearbeitet, wahlweise mit Dichtleiste Form BB. Passt zu Flanschen mit glatter Dichtfläche oder Dichtleiste.
Form DD
Nut – Nut
Eine Nut auf beiden Seiten. Die Scheibe sitzt zwischen zwei Flanschen mit Feder.
Form CD
Nut – Feder
Eine Seite mit Nut, die andere mit Feder. Das ist die Form für die übliche Nut-Feder-Verbindung aus einem Feder- und einem Nutflansch.
Form CC
Feder – Feder
Eine Feder auf beiden Seiten. Die Scheibe sitzt zwischen zwei Flanschen mit Nut.
Warum Nut und Feder
- Die Dichtung liegt gekammert und kann nicht herausgedrückt werden.
- Die Scheibe zentriert sich beim Einbau selbst in der Verbindung.
- Die Verbindung bewährt sich bei hohen Drücken, hohen Temperaturen und kritischen Medien.
Nut und Feder sitzen im Dichtbereich der Scheibe. Die Drosselbohrung legen wir unabhängig davon nach Ihrem Betriebspunkt aus.
Die Maßtabelle nennt die Dicke S1 der glatten Ausführung. Mit Nut oder Feder legen wir die Dicke eigens fest und nennen sie Ihnen im Angebot.
Nennen Sie uns die Dichtflächen Ihrer Flansche, zum Beispiel Form C und Form D nach DIN EN 1092-1. Dann liefern wir die passende Gegenform.
Maße
Abmessungen nach DIN 2626
∅ A ist der Außendurchmesser, S die Dicke. Der Bohrungsdurchmesser steht nicht in der Tabelle – er folgt der Auslegung. Alle Maße in Millimetern.
| DN | Bohrung ∅B | PN6 ∅A/S | PN10 ∅A/S | PN16 ∅A/S | PN25 ∅A/S | PN40 ∅A/S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| DN10 | nach Auslegung | 39 / 4 | 46 / 6 | 46 / 6 | 46 / 6 | 46 / 6 |
| DN15 | nach Auslegung | 44 / 4 | 51 / 6 | 51 / 6 | 51 / 6 | 51 / 6 |
| DN20 | nach Auslegung | 54 / 4 | 61 / 6 | 61 / 6 | 61 / 6 | 61 / 6 |
| DN25 | nach Auslegung | 64 / 4 | 71 / 8 | 71 / 8 | 71 / 8 | 71 / 8 |
| DN32 | nach Auslegung | 76 / 4 | 82 / 8 | 82 / 8 | 82 / 8 | 82 / 8 |
| DN40 | nach Auslegung | 86 / 4 | 92 / 8 | 92 / 8 | 92 / 8 | 92 / 8 |
| DN50 | nach Auslegung | 96 / 6 | 107 / 10 | 107 / 10 | 107 / 10 | 107 / 10 |
| DN65 | nach Auslegung | 116 / 6 | 127 / 12 | 127 / 12 | 127 / 12 | 127 / 12 |
| DN80 | nach Auslegung | 132 / 6 | 142 / 12 | 142 / 12 | 142 / 12 | 142 / 12 |
| DN100 | nach Auslegung | 152 / 6 | 162 / 10 | 162 / 10 | 168 / 15 | 168 / 15 |
| DN125 | nach Auslegung | 182 / 8 | 192 / 12 | 192 / 12 | 194 / 20 | 194 / 20 |
| DN150 | nach Auslegung | 207 / 8 | 218 / 15 | 218 / 15 | 224 / 20 | 224 / 20 |
| DN200 | nach Auslegung | 262 / 10 | 273 / 15 | 273 / 20 | 284 / 20 | 290 / 25 |
| DN250 | nach Auslegung | 317 / 12 | 328 / 15 | 329 / 20 | 340 / 25 | 352 / 30 |
| DN300 | nach Auslegung | 373 / 12 | 378 / 20 | 384 / 25 | 400 / 30 | 417 / 35 |
| DN350 | nach Auslegung | 423 / 15 | 438 / 20 | 444 / 25 | 457 / 35 | 474 / 40 |
| DN400 | nach Auslegung | 473 / 20 | 489 / 25 | 495 / 30 | 514 / 35 | 546 / 45 |
| DN450 | nach Auslegung | 528 / 20 | 539 / 25 | 555 / 35 | 564 / 40 | 571 / 50 |
| DN500 | nach Auslegung | 578 / 20 | 594 / 30 | 617 / 35 | 624 / 45 | 628 / 55 |
Die Drosselscheibe ist bei größeren Nennweiten dicker ausgeführt als die übrigen Steckscheiben, weil die verengte Bohrung eine höhere Druckdifferenz aufnimmt. Höhere Druckstufen bis PN160 und größere Nennweiten auf Anfrage.
Anfrage
Drosselscheibe Typ DS anfragen
Die Bohrung legen wir für Ihren Betriebspunkt aus. Dafür brauchen wir außer Nennweite und Druckstufe vier Angaben: Medium, Volumenstrom, Vordruck und Betriebstemperatur. Kennen Sie den Druck hinter der Scheibe, nennen Sie ihn mit. Weitere Größen ergänzen Sie mit „+ weitere Position“.
Direkt
Anrufen oder schreiben
+49 (0) 34 956 / 399 60
Montag bis Freitag, 7 bis 16 Uhr
Per E-Mail erreichen Sie uns unter info@industriefabrik.com.
Häufige Fragen
Was oft gefragt wird
Medium mit Dichte und Viskosität, den gewünschten Volumenstrom, den Vordruck und den Druck, der dahinter anstehen soll, sowie die Betriebstemperatur. Aus diesen Werten ergibt sich der Bohrungsdurchmesser.
Die Scheibe drosselt auf einen festen Wert – ohne Antrieb, ohne Wartung, ohne Ausfallrisiko. Ein Regelventil ist die Wahl, wenn sich die Betriebsbedingungen ändern und nachgeregelt werden muss.
Dann kann es an der Bohrung zu Kavitation kommen – das schädigt das Bauteil und macht Lärm. In solchen Fällen wird die Drosselung auf mehrere Stufen verteilt. Ob das nötig ist, zeigt die Auslegung.
Nein. Beide verengen den Querschnitt, aber die Messblende ist zum Messen gebaut und folgt anderen Normen für Anströmstrecke und Kantenform. Die Drosselscheibe soll drosseln, nicht messen.
Aufbohren ist möglich, verkleinern nicht. Wenn die Betriebsdaten noch nicht feststehen, ist es sinnvoller, zunächst kleiner auszulegen und bei Bedarf zu erweitern.
Weiterführende Themen
Drosselscheibe auslegen lassen
Nennen Sie uns Medium, Volumenstrom, Vordruck, gewünschten Druck dahinter und die Betriebstemperatur. Daraus rechnen wir den Bohrungsdurchmesser und nennen Ihnen die passende Ausführung.