Sonderfilter
Sonderfilter nach Aufgabe
Nicht jede Filteraufgabe passt in eine Baureihe. Weicht das Medium, der Bauraum oder das Regelwerk vom Üblichen ab, entsteht der Filter als Konstruktion. Ob Spezialfilter, Tubularfilter für die Rohrleitung oder Filter mit Heizmantel: Grundlage ist dieselbe Fertigung, aus der auch die Standardbaureihen kommen.
Auf dieser Seite stehen die Sonderbauten, die regelmäßig angefragt werden. Sie sind keine Katalogware: Jede beginnt mit Ihren Prozessdaten und endet bei einer Zeichnung, die es vorher nicht gab.
ISO 9001 · TÜV-Schweißbetrieb AD2000-HP0 · DGRL 2014/68/EU
Warum Sonderbau bei uns funktioniert
Weil die Standardfilter aus derselben Halle kommen
Ein Sonderfilter ist kein Sonderfall in der Fertigung. Zuschnitt, Schweißen, Drehen, Oberfläche und Prüfung liegen bei uns – dieselben Arbeitsgänge, mit denen die Baureihen entstehen. Deshalb ist eine abweichende Geometrie kein Aufpreis auf ein Katalogteil, sondern Teil der Konstruktion.
Ein Sonderbau braucht deshalb nicht mehr Zeit in der Werkstatt, sondern mehr Klarheit vorher. Wir benötigen Medium, Volumenstrom, Druck, Temperatur, den vorhandenen Bauraum und das zu schützende Bauteil. Aus diesen sechs Angaben entsteht die Auslegung.
- Auslegung nach Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU und AD 2000
- TÜV-anerkannter Schweißbetrieb nach AD2000-HP0
- Fertigung nach DIN oder ANSI
- Zeugnisse und Druckprüfung im Haus
Sonderausführungen an Standardfiltern → – wenn nur einzelne Merkmale abweichen und kein völlig neues Gehäuse nötig ist.
Überblick
Acht Sonderbauten im Überblick
Jede führt weiter zum ausführlichen Abschnitt auf dieser Seite.
Beutelfilter →
Feiner als jedes Gewebe: 1 µm statt 50 µm – derselbe Filter, ein anderer Einsatz.Ölfilter →
Heiß gefahrene Öle bis +450 °C, komplett verrohrt und mit Absperrarmaturen.Aktivkohlefilter →
Gehäuse für Aktivkohle-Schüttung, wenn nicht Partikel, sondern Gerüche und Stoffe zurückgehalten werden.Kassettenfilter →
Flache Filterkassetten statt Korb, für große Flächen bei geringem Bauraum.Kerzenfilter →
Filterkerzen im Gehäuse – große Fläche auf kleinem Querschnitt.Spaltfilter →
Spaltkorb statt Gewebe: robust gegen Druck und mechanische Last.Rohrfilter →
Der Filter als T-Stück in der Leitung – flach bauend, bis DN1000.
Tankwagenfilter →
Für Befüllung und Entleerung von Tankfahrzeugen, Wechsel ohne Werkzeug.
Beutelfilter
Beutelfilter – dasselbe Gehäuse, ein anderer Einsatz
Der Beutelfilter ist bei uns kein eigenes Gerät, sondern eine Ausführung des Filtereinsatzes. In den Stützkorb eines Siebkorb-, Einfach- oder Doppelfilters wird statt des Feinsiebs ein Filterbeutel eingelegt – am Gehäuse ändert sich nichts.
Der Grund ist die Feinheit. Ein Drahtgewebe endet bei 0,05 mm, also 50 µm. Der Beutel geht bis 1 µm hinunter: Polypropylen-Vlies deckt 1 bis 300 µm ab, Polyester-Vlies 1 bis 200 µm, Nylon auf Anfrage – jeweils in den Beutelgrößen 1 bis 4.
Beides zusammen ist möglich und oft sinnvoll: Das Feinsieb hält grobe Bestandteile zurück und schützt den Beutel, der Beutel übernimmt die Feinfiltration.
Ölfilter
Ölfilter für heiß gefahrene Medien
Öle sind der Fall, in dem die Standardauslegung am häufigsten nicht reicht. Nicht wegen der Feinheit, sondern wegen der Temperatur: Thermalöl, Schweröl und Altöl werden heiß gefahren, und beim Abkühlen werden sie zäh.
Die Aufnahme zeigt eine Ausführung DN50 in Stahl, ausgelegt bis +450 °C, mit Deckel-Schnellverschluss und Hebeösen – komplett verrohrt und mit Keil-Flachschiebern zum Absperren geliefert. Der Filter kommt damit nicht als Bauteil, sondern als anschlussfertige Baugruppe.
Wo das Medium beim Stillstand erstarrt, kommt ein geschweißter Heizmantel dazu. Das gilt für Bitumen und Fette ebenso wie für Schweröl.
Aktivkohlefilter
Aktivkohlefilter für Schüttungen
Beim Aktivkohlefilter geht es nicht um Partikel, sondern um das, was im Medium gelöst ist – Gerüche, organische Verbindungen, Restspuren. Zurückgehalten wird nicht von einem Sieb, sondern von einer Schüttung, die das Gehäuse aufnehmen und halten muss.
Für uns ist das ein Behälterbau-Thema: Gehäuserohr, Böden, Füll- und Entleeröffnung, Halterungen für das Schüttbett und Siebe, die die Kohle im Gehäuse halten. Der Durchfluss bleibt dabei frei. Eine Ausführung in DN80 mit Gehäuserohr DN200 aus 1.4571 ist so entstanden.
Die Kohle selbst liefern wir nicht mit – Sorte und Körnung richten sich nach dem Medium und werden von der Anwendungsseite vorgegeben.
Kassettenfilter
Kassettenfilter für große Fläche im Flachbau
Wo viel Fläche gebraucht wird, aber wenig Bauhöhe zur Verfügung steht, treten flache Filterkassetten an die Stelle des Korbs. Sie werden nebeneinander in ein Gehäuse gesetzt und einzeln gezogen – das hält die Wechselzeit kurz, auch bei großen Nennweiten.
Ausgelegt wurde diese Bauform bei uns bisher in DN125 und DN300 bei PN25, in Stahl mit Maschenweite 1,0 mm, Viton-Dichtung und Lackierung RAL 5010, nach DGRL und AD 2000. Sie ist damit möglich, bleibt aber eine eigene Konstruktion je Ausführung.
Kerzenfilter
Kerzenfilter – viel Fläche auf wenig Querschnitt
Filterkerzen sind lange, schlanke Elemente. Sie werden senkrecht in ein Gehäuse gehängt, und weil viele davon nebeneinander passen, kommt auf kleinem Querschnitt eine große Filterfläche zusammen. Deshalb wird diese Bauform bei feinen Trennungen und hohen Volumenströmen gewählt.
Vom Gehäuse her ist der Kerzenfilter ein Einfachfilter: derselbe stehende Zylinder, derselbe Deckel, dieselbe Fertigung. Was sich ändert, ist der Einsatz und die Aufhängung. Deshalb legen wir ihn wie eine Bauvariante aus und nicht wie eine eigene Baureihe.
Zu dieser Bauform liegen uns derzeit keine eigenen Aufnahmen vor – die Abbildung zeigt stellvertretend einen mehrstufigen Filtereinsatz.
Spaltfilter
Spaltfilter und Spaltkörbe
Beim Spaltfilter übernimmt kein Gewebe die Trennung, sondern ein Korb aus profiliertem Draht. Zwischen dessen Windungen bleibt ein definierter Spalt. Das ergibt eine glatte Innenfläche, die sich schwerer zusetzt. Der Einsatz hält mechanisch mehr aus als ein Gewebe.
Eingesetzt wird das dort, wo der Filterkuchen abgestreift oder rückgespült wird, oder wo grobe, harte Bestandteile das Gewebe beschädigen würden. Wir bauen die Gehäuse dafür und liefern passende Einsätze – auch als Ersatz für vorhandene Geräte.
Rohrfilter
Rohrfilter – der Filter als Teil der Leitung
Rohrfilter, Rohrleitungsfilter, tubular filter, Schutzsieb in T-Form: Vier Namen für dieselbe Bauart. Gemeint ist ein Filter, der als T-Stück in die Leitung eingesetzt wird, statt als Behälter davorzustehen.
Er baut flach, braucht keine Höhe über der Leitung und lässt sich auch dort unterbringen, wo daneben nichts frei ist. Bei großen Nennweiten ist das oft die einzige Bauform, die überhaupt passt – dazu hält sie deutlich höhere Temperaturen aus als ein Korbfilter.
Bei uns läuft diese Bauart unter der Bezeichnung T-Filter Typ TF. Alle Kennwerte, Maße und Ausführungen stehen dort: T-Filter Typ TF – Rohrfilter von DN100 bis DN1000 →
Tankwagenfilter
Tankwagenfilter Typ TWF
Beim Befüllen und Entleeren von Tankfahrzeugen entscheidet sich, was in den Behälter gelangt. Der Typ TWF sitzt in dieser Leitung und hält grobe Bestandteile zurück, bevor sie Pumpe oder Speicher erreichen.
Er ist auf Tempo ausgelegt: Der Gehäuse-Schnellverschluss mit Flügelmuttern lässt sich ohne Werkzeug öffnen, der Einsatz wird von Hand entnommen. Auf Wunsch mit Standfüßen, Kugelhahn zum Entlüften und Entleeren, Rohrteilen und Schnellkupplungen – und als Eckform mit 90°-Umlenkung.
Der TWF gehört zur Familie des Einfachfilters und ist dort ausführlich beschrieben: Einfachfilter Typ EF und Tankwagenfilter TWF →
Sonderbau
Weiterführende Themen
Zwei dieser Themen haben eine eigene Seite, weil dort mehr zu sagen ist, als ein Abschnitt trägt.
Variante
Eckfilter 90°
Ein- und Austritt im rechten Winkel: Der Filter übernimmt die Umlenkung und spart Bauraum und eine Schweißnaht.
Zum Siebkorbfilter →Eigene Seite
Beutelfilter
Materialien, Feinheiten von 1 bis 300 µm, Beutelgrößen und passende Gehäuse.
Zum Beutelfilter →Eigene Seite
Kerzenfilter
Große Filterfläche auf kleinem Querschnitt – Gehäuse nach Ihrer Vorgabe.
Zum Kerzenfilter →Häufige Fragen zu Sonderfiltern
Sobald sich die Aufgabe nicht mehr durch Auswahl lösen lässt. Eine andere Maschenweite, ein anderer Werkstoff oder ein zusätzlicher Anschluss sind Ausstattung, kein Sonderbau. Ein Sonderfilter beginnt dort, wo Bauform, Einsatzprinzip oder Betriebsbedingungen außerhalb der Baureihen liegen – etwa bei +450 °C, bei einer Schüttung statt eines Siebs oder bei einer Geometrie, die sich nach vorhandenem Bauraum richtet.
Sechs Angaben: Medium, Volumenstrom, Betriebsdruck, Betriebstemperatur, den verfügbaren Bauraum und das Bauteil, das geschützt werden soll. Alles Weitere – Nennweite, Feinheit, Werkstoff, Anschlussart – ergibt sich daraus. Eine Skizze der Einbausituation oder ein Foto hilft mehr als eine lange Beschreibung.
Ja. Wenn eine Zeichnung, ein Muster oder ein Altteil vorliegt, fertigen wir danach – einschließlich der Nachfertigung von Einsätzen für Geräte, die nicht von uns stammen. Bei Nachbauten nach Muster sind die Maße des Altteils der sicherste Weg.
Ja, im selben Umfang wie die Baureihen: Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204, TÜV-Abnahme, Druckprüfprotokoll und Konformitätserklärung nach DGRL. Gerade beim Sonderbau lohnt es, die Nachweise früh festzulegen – sie bestimmen die Konstruktion mit. Siehe Zeugnisse und Dokumentation.
Ihre Filteraufgabe schildern
Für Sonderbauten gibt es bewusst kein Bestellformular. Schildern Sie uns die Aufgabe: Medium, Volumenstrom, Druck, Temperatur, Bauraum und das Bauteil dahinter. Sie erhalten eine Auslegung und bei Bedarf den Hinweis, dass eine Standardbaureihe wirtschaftlicher arbeitet.