Anfahrsiebe aus Edelstahl: Hutsiebe und Stecksiebe als Anfahrfilter für Rohrleitungen

Anfahrsiebe · Anfahrfilter

Anfahrsiebe und Anfahrfilter

Eine neue Rohrleitung enthält beim ersten Anfahren Schweißperlen, Zunder und Späne. Anfahrsiebe halten diesen Schmutz vor Pumpen, Armaturen und Wärmeübertragern zurück. Sie sitzen als Zwischenflansch-Siebe zwischen vorhandenen Normflanschen und werden nach der Spülphase wieder gezogen.

Drei Bauformen decken den Bedarf ab. Sie unterscheiden sich in Filterfläche und Bauraum: Die Siebdichtung braucht keinen zusätzlichen Platz, das Hutsieb bringt die größte Fläche mit.

BauformenHutsieb, Stecksieb, Siebdichtung
NennweitenDN10 bis DN800
DruckstufenPN6 bis PN40
WerkstoffeEdelstahl 1.4301, 1.4571, Gewebe 1.4401

Die drei Bauformen

Von der Dichtung bis zum Kegel

In dieser Reihenfolge steigt die Filterfläche – und mit ihr der Platz, den das Sieb in der Leitung braucht. Wer wenig Schmutz erwartet, nimmt das flache Teil; wer die Leitung lange offen halten will, das kegelförmige.

Nicht zu verwechseln mit Steckscheiben: Die gehen zwischen dieselben Flansche, filtern aber nicht – sie sperren die Leitung ab, geben sie frei oder drosseln den Strom. Zu den Steckscheiben →

Hutsieb Typ H DN350 aus Edelstahl, das kegelförmige Anfahrsieb mit großer Filterfläche, hier für Öl und Schweröl im Tanklager

Hutsieb Typ H

Kegelförmig, ragt in die Leitung hinein. Dadurch ein Vielfaches der Filterfläche bei gleicher Nennweite – das Sieb setzt sich später zu.

Hutsiebe im Detail →
Stecksieb Typ S aus Edelstahl als Anfahrsieb: flacher Siebring mit Siebgewebe in der Maschenweite nach Bedarf, zwischen die Flansche gesteckt

Stecksieb Typ S

Ein flacher Siebring, der zwischen die Flansche gesteckt wird. Etwas mehr Fläche als die Dichtung, immer noch fast keine Bauhöhe.

Stecksiebe im Detail →
Siebdichtung Typ SD: Flanschdichtung aus Klingersil mit eingelegtem Siebgewebe als Anfahrsieb

Siebdichtung Typ SD

Eine Flanschdichtung mit eingelegtem Gewebe. Sie braucht keinen zusätzlichen Bauraum – die Leitung wird nicht länger. Für kurze Anfahrphasen mit wenig Schmutz.

Siebdichtungen im Detail →

Auswahl

Welches Sieb wofür

Die Entscheidung fällt meist an zwei Punkten: der Standzeit des Siebs in der Leitung und dem verfügbaren Platz.

BauformNennweitenBauhöheFilterflächeTypischer Einsatz
Siebdichtung Typ SDDN10 – DN250keine zusätzlichegeringkurze Anfahrphase, kein Platz
Stecksieb Typ SDN15 – DN350flachmittelAnfahren und Dauerbetrieb bei sauberen Medien
Hutsieb Typ HDN20 – DN800ragt in die LeitunghochAnfahren mit viel Schmutz, längere Standzeit

Größere Nennweiten sind bei allen drei Bauformen möglich. Sprechen Sie uns an, wenn Ihre Leitung über den genannten Bereichen liegt.

Anfahrbetrieb

Der Schmutz kommt am Anfang

Eine neu gebaute oder umgebaute Rohrleitung enthält, was beim Bauen hineingerät: Schweißperlen, Zunder, Walzhaut, Späne, Fett- und Dichtungsreste. Dasselbe gilt nach größeren Wartungsarbeiten. Beim ersten Anfahren wandert das alles Richtung Pumpe, Wärmetauscher oder Regelventil.

Genau dafür sind Anfahrsiebe da. Sie bleiben in der Leitung, bis diese sauber gespült ist, und werden dann gezogen. Ein Sieb kostet deutlich weniger als ein Pumpenlaufrad.

  • Einbau zwischen vorhandene Normflansche, kein Umbau nötig
  • mit Fahne (Handgriff) – das Sieb lässt sich herausziehen, ohne zu suchen
  • engmaschige Ausführungen für die Anfahrphase, gröbere für den Dauerbetrieb
  • Lasermarkierung mit Nennweite und Maschenweite auf Wunsch
  • Hutsieb auf Wunsch mit Magnetstab – er fängt zusätzlich Stahlspäne und Schweißperlen

Bleibt das Sieb dauerhaft in der Leitung, gehört ein Differenzdruck­manometer davor und dahinter – sonst merkt niemand, dass es zusitzt.

Vorübergehend oder dauerhaft

Die meisten Anfahrsiebe bleiben nur, bis die Leitung sauber gespült ist. Ein Hutsieb oder Stecksieb kann auch dauerhaft eingebaut bleiben – dann als einfache Grundfiltration mit gröberer Maschenweite. Mit zunehmender Verschmutzung steigt der Druckverlust. Wo dauerhaft Schmutz ankommt, ist deshalb ein Filter mit reinigbarem Einsatz die bessere Wahl: Einfachfilter oder Siebkorbfilter.

SKID-Prozessanlage mit Rohrleitungen, Kugelhahn und Manometer: Anfahrsiebe wie Stecksieb, Hutsieb und Siebdichtung schützen beim Anfahren der Anlage

Maschenweite und Werkstoff

Wie fein und woraus

Maschenweite

Die Standardausführungen liegen bei 1,0 mm für kleinere und 1,5 mm für größere Nennweiten. Nach unten fertigen wir bis 0,05 mm, nach oben bis in den Millimeterbereich, wenn nur grober Schmutz zurückgehalten werden soll.

Als Faustregel: Je feiner das Sieb, desto schneller setzt es zu. Bei einer Anfahrphase ist das gewollt – bei Dauerbetrieb ist die gröbste Maschenweite die richtige, die den Schaden noch verhindert.

Werkstoffe

  • Siebring und Stützkörper aus Edelstahl 1.4301 oder 1.4571
  • Drahtgewebe aus 1.4401
  • Lochblech in Rundlochung, Materialstärke nach Nennweite
  • Siebdichtungen mit AFM 34, Klingersil, Graphit-Spießblech oder Quantum

Bei aggressiven Medien und höheren Temperaturen legen wir den Werkstoff nach Ihren Betriebsdaten aus. Sonderwerkstoffe sind möglich.

Direkt konfigurieren

Hutsiebe und Stecksiebe aus dem Webshop

Zwei Bauformen sind durchgängig standardisiert – dort wählen Sie Nennweite, Druckstufe und Maschenweite selbst aus und sehen sofort, was das Teil kostet. Alles andere legen wir nach Ihren Betriebsdaten aus.

Kegelförmiges Hutsieb Typ H DN350 aus Edelstahl als Anfahrsieb, Maschenweite nach Bedarf

Hutsieb Typ H

Kegelform, Anströmung von innen nach außen oder umgekehrt, mit oder ohne Fahne. Fünfzehn Nennweiten, vier Druckstufen, sechs Maschenweiten.

Hutsieb Typ H konfigurieren →Bauform, Maße und Anströmung →

Stecksieb Typ S DN80 aus Edelstahl als Anfahrsieb für Rohrleitungen, Maschenweite nach Bedarf

Stecksieb Typ S

Flacher Siebring mit innenliegendem Gewebe, Materialstärke 3 mm, Standard mit Fahne. Fünfzehn Nennweiten, vier Druckstufen.

Stecksieb Typ S konfigurieren →Bauform, Maße und Ausführungen →

Häufige Fragen

Was vor der Bestellung zu klären ist

So lange, bis die Leitung sauber gespült ist – üblicherweise einige Betriebsstunden bis wenige Tage. Soll das Sieb dauerhaft bleiben, ist der Differenzdruck zu überwachen und die Maschenweite gröber zu wählen.

Das Hutsieb hat bei gleicher Nennweite ein Vielfaches der Filterfläche und setzt sich deshalb später zu. Es ragt aber in die Leitung; hinter einem Bogen oder vor einer Armatur ist dafür nicht immer Platz. Das Stecksieb passt überall, hält aber weniger Schmutz.

Beim Hutsieb ist die Anströmung von innen nach außen der Standard – der Schmutz sammelt sich dann innen im Kegel. Von außen nach innen ist möglich und wird bestellt, wenn das Sieb aus baulichen Gründen andersherum sitzt. Die Richtung muss mit der Bestellung feststehen.

Die Fahne ist ein angeschweißter Handgriff, der zwischen den Flanschen nach außen steht. Sie zeigt, dass ein Sieb eingebaut ist, und man kann es herausziehen, ohne im Rohr zu suchen. Länge und Beschriftung nach Wunsch.

Wenn dauerhaft mit Schmutz zu rechnen ist. Ein Anfahrsieb ist für die Spülphase ausgelegt; mit jeder Verschmutzung steigt der Druckverlust. Für den Dauerbetrieb empfehlen wir einen Einfach- oder Siebkorbfilter, dessen Einsatz sich reinigen lässt.

Ja. Hutsiebe und Stecksiebe fertigen wir passend zu Nennweite, Druckstufe und Bauform Ihrer vorhandenen Anlage – unabhängig vom ursprünglichen Lieferanten.

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Für ein Angebot brauchen wir Bauform, Nennweite, Druckstufe und die gewünschte Maschenweite. Standardgrößen von Hutsieb und Stecksieb bestellen Sie direkt im Shop.

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