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Anwendungen
Kraftstofffilter
für Tankanlagen
In Tanklagern und Betankungsanlagen zählt zweierlei. Kein Partikel darf in die Einspritzung oder den Brenner gelangen, und die Anlage muss die Anforderungen an Dichtheit und Erdung erfüllen. Beides legen wir bei Kraftstofffiltern und Dieselfiltern für die Industrie mit aus.
Feinheit
80 – 300 µm
Dichtung
nach TA-Luft
Am Gehäuse
Erdungslasche
Werkstoff
Stahl RAL 5010 oder 1.4571
Warum bei Kraftstoffen mehr zählt als die Feinheit
Kraftstoffe führen wenig, aber wirksamen Schmutz: Rost aus Tank und Leitung, Wasser mit Ausflockungen, Rückstände aus dem Umschlag. Was davon in eine Einspritzpumpe oder einen Brenner gelangt, verursacht Schäden, die um ein Vielfaches teurer sind als der Filter. Die Feinheit liegt deshalb im Bereich einiger Hundert Mikrometer – fein genug für den Schutz, grob genug für den Durchfluss.
Wichtiger als die Feinheit sind hier zwei andere Punkte. Erstens die Emissionsdichtheit: Dichtungen werden nach TA-Luft gewählt, damit die Anlage die Anforderungen an flüchtige Kohlenwasserstoffe erfüllt. Zweitens die Erdung – strömende Kraftstoffe laden sich elektrostatisch auf, deshalb bekommt das Gehäuse eine Erdungslasche.
Dazu kommt der Druckverlust. Bei Betankungsanlagen zählt jede Minute, und ein zu klein gewählter Filter bremst den Umschlag. Wir weisen den Druckverlust über den Volumenstrom aus, damit die Auslegung nachvollziehbar ist.
- Feinheit im Bereich einiger Hundert Mikrometer
- Dichtungen nach TA-Luft gegen Emissionen
- Erdungslasche am Gehäuse gegen statische Aufladung
- Druckverlust über den Volumenstrom ausgewiesen
- Umschaltbar, wo der Umschlag nicht stoppen darf
- Zusätzliche Anschlüsse für Druckmessung und Sicherheitsventil
Was hier geschützt wird
Kraftstofffilter sitzen fast immer vor einem Bauteil mit sehr engen Toleranzen.
Im Tanklager und beim Umschlag
- Verladepumpen und Zählwerke
- Mengenmessung an der Abgabestelle
- Abfüllarme und Kupplungen
- Rückführ- und Pendelleitungen
- Nachgeschaltete Feinfiltration
In der Verbrennung und Versorgung
- Einspritzpumpen und Düsen
- Brenner in Kesselanlagen
- Notstromdiesel und Blockheizkraftwerke
- Schwerölvorwärmung und Separatoren
- Vorlagebehälter und Tagestanks
Bauformen für Kraftstoffe
Stahl oder Edelstahl, einfach oder umschaltbar – die Wahl folgt Medium und Umschlagmenge.
Siebkorbfilter
Tanklager und Umschlag
Rahmen der Ausführung: DN50 bis DN200 in PN16, Stahl P235GH grundiert und lackiert in RAL 5010, Maschenweite 100 bis 300 µm, Dichtung Graphit-Spießblech nach TA-Luft, mit Erdungslasche. Ausgelegt für −20 bis +50 °C und 10 bis 16 bar.
Einfachfilter
Brenner- und Versorgungsleitungen
Kompakter für kleinere Volumenströme: DN50 bis DN150 in PN16, Edelstahl 1.4571, Maschenweite 80 bis 240 µm, Dichtung Viton nach TA-Luft. Ausgelegt für −10 bis +60 °C und bis 16 bar, mit zusätzlichen Anschlüssen für Druckmessung und Sicherheitsventil.
Doppelfilter
Umschlag ohne Unterbrechung
Für Anlagen, in denen die Abgabe nicht stoppen darf: DN100 in PN16, Stahl in RAL 5010, Lochblech 3 bis 10 mm. Umgeschaltet wird über zwei 3-Wege-Kugelhähne oder vier Absperrklappen mit Ringbalg aus NBR. Ausgelegt ist die Reihe für −10 bis +50 °C und 10 bar.
Schweröl und Vorwärmung
beheizt durch Heizmantel
Schweröl fließt erst warm. Ein geschweißter Heizmantel hält die Temperatur, damit der Filter nicht beim nächsten Anfahren blockiert. Beheizt wird mit Thermalöl, Dampf oder Heißwasser.
Stecksiebe und Hutsiebe
nach Montage und Revision
In neuen oder umgebauten Leitungen liegt Schmutz, der nicht aus dem Kraftstoff stammt: Schweißperlen, Zunder, Späne. Ein Hutsieb zwischen den Flanschen fängt das ab und kommt nach der Anfahrphase wieder heraus.
Technische Daten
Rahmen und Beispiele aus unserer Fertigung für Kraftstoffe und Tanklager.
| Merkmal oder Beispiel | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
Siebkorbfilter Tanklager | ||
| Nennweite | DN50 – DN200 | PN16 |
| Werkstoff | P235GH, RAL 5010 | grundiert und lackiert |
| Maschenweite | 100 – 300 µm | nach Schutzobjekt |
| Dichtung | Graphit-Spießblech | nach TA-Luft |
| Besonderheit | Erdungslasche | gegen statische Aufladung |
| Auslegung | −20 … +50 °C · 10 – 16 bar | Rahmen der Ausführungen |
Einfachfilter Kraftstoffe | ||
| Nennweite | DN50 – DN150 | PN16 |
| Werkstoff | 1.4571 | Edelstahl |
| Maschenweite | 80 – 240 µm | feiner als im Tanklager |
| Dichtung | Viton | nach TA-Luft |
| Anschlüsse | Druckmessung · Sicherheitsventil | zusätzlich ausgeführt |
| Auslegung | −10 … +60 °C · bis 16 bar | Rahmen der Ausführungen |
Doppelfilter Raffinerie | ||
| Nennweite | DN100 | PN16 |
| Siebeinsatz | Lochblech 3 – 10 mm | grobe Trennung |
| Umschaltung | 2 × 3-Wege-Kugelhahn | oder 4 × Absperrklappe, Ringbalg NBR |
| Auslegung | −10 … +50 °C · 10 bar | Rahmen der Ausführungen |
Druckverlust als Auslegungsgröße | ||
| DN50 | rund 0,05 bar | bei etwa 10 m³/h |
| DN200 | rund 0,1 bar | bei etwa 180 m³/h |
| Grundsatz | im Neuzustand niedrig | steigender Wert zeigt Zusetzung |
Erdung und Dichtheit gehören in die Anfrage
Bei Kraftstoffen sind zwei Anforderungen ebenso wichtig wie die Feinheit, werden aber selten mitgenannt. Strömende Kohlenwasserstoffe laden sich elektrostatisch auf. Ohne leitende Verbindung zum Erdungssystem kann sich diese Ladung an der ungünstigsten Stelle entladen. Deshalb bekommt das Gehäuse eine Erdungslasche.
Die Dichtungen werden nach TA-Luft gewählt, damit die Anlage die Anforderungen an flüchtige Emissionen erfüllt. Beides lässt sich nachträglich nur mit Aufwand ergänzen – sagen Sie es uns mit der Anfrage, dann steht es in der Zeichnung.
Häufige Fragen
In unseren Auslegungen liegt der Bereich zwischen etwa 80 und 300 µm – im Tanklager eher gröber, vor Brennern und Einspritzpumpen feiner. Maßgeblich bleibt das Bauteil dahinter: Nennen Sie uns dessen kleinste Öffnung oder die Vorgabe des Herstellers.
Die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft stellt Anforderungen an die Dichtheit von Anlagen, in denen flüchtige organische Stoffe geführt werden. Für den Filter heißt das: Dichtungswerkstoff und Verschluss werden so gewählt, dass die Anforderungen erfüllt werden – bei uns Graphit-Spießblech oder Viton.
Weil sich strömende Kraftstoffe elektrostatisch aufladen. Die Lasche stellt die leitende Verbindung zum Erdungssystem der Anlage her. Sie wird angeschweißt und gehört damit in die Konstruktion, nicht ans Ende der Montage.
Weniger, als oft befürchtet – wenn er richtig dimensioniert ist. In unseren Auslegungen liegt der Druckverlust im Neuzustand bei etwa 0,05 bar für DN50 bei rund 10 m³/h und etwa 0,1 bar für DN200 bei rund 180 m³/h. Steigt er im Betrieb deutlich, ist das Sieb zugesetzt.
Für Diesel, Heizöl und Schweröl genügt in aller Regel Stahl, grundiert und lackiert in RAL 5010 – so führen wir die Tanklagerfilter aus. Edelstahl 1.4571 kommt bei Additiven, Biokraftstoffanteilen und überall dort zum Einsatz, wo Korrosion im Tank ein Thema ist.
Ja. Vor Produktionsbeginn erhalten Sie den Konstruktionsentwurf zur Freigabe – mit Auslegungsdaten, Werkstoffen, Maschenweite und Anbauteilen. Erst nach Ihrer Bestätigung geht der Auftrag in die Fertigung.
Tankanlage absichern
Nennen Sie uns Kraftstoff, Volumenstrom, Nennweite und die Anforderungen an Dichtheit und Erdung – Sie erhalten eine Auslegung mit Bauform, Feinheit und Ausstattung.