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Gehäuse und Handhabung
Die Dichtung entscheidet,
wo der Filter aufhört
Gehäuse und Siebeinsatz halten meist mehr aus als die Dichtung dazwischen. Sie begrenzt die Temperatur, sie reagiert auf das Medium, und sie wird bei jedem Öffnen beansprucht. Deshalb wird sie bei uns nicht mitgeliefert, sondern ausgewählt – nach Medium, Temperatur und Reinigungshäufigkeit.
Standard
Graphit-Spießblech
Topfschmutzfänger
EPDM, Viton auf Wunsch
Spiraldichtung
DIN EN 1514-2
Nachweise
TA-Luft · FDA · EU 1935/2004
Warum die Dichtung das schwächste Glied ist
Ein Gehäuse aus 1.4571 verträgt weit über 300 °C und nahezu jedes Medium aus dem Anlagenbau. Eine EPDM-Dichtung tut das nicht. In der Praxis legt fast immer die Dichtung den zulässigen Temperaturbereich eines Filters fest. Bei falscher Werkstoffwahl versagt sie auch zuerst: Sie quillt, verhärtet oder wird vom Medium angegriffen.
Umgekehrt heißt das: Mit der richtigen Dichtung verschiebt sich die Grenze deutlich. Ein Topfschmutzfänger mit EPDM ist bis 120 °C ausgelegt, derselbe mit Viton bis 150 °C – bei sonst identischem Aufbau. Deshalb fragen wir nach Medium und Temperatur, bevor wir die Dichtung festlegen, und nicht danach.
- Dichtung nach Medium und Temperatur gewählt, nicht nach Katalog
- Graphit-Spießblech als temperaturfester Standard
- Elastomere dort, wo häufig geöffnet wird
- PTFE und ePTFE bei aggressiven Medien
- Nachweise nach TA-Luft, FDA und EU 1935/2004 möglich
- Dichtungswechsel auch an Filtern fremder Herkunft
Werkstoffe
Die ersten beiden sind Serienausstattung, die übrigen wählen wir nach Ihrem Medium.
Graphit-Spießblech
Standard bei SKF, EF, DF und T-Filter
Graphitlagen auf einem Trägerblech aus Edelstahl. Temperaturfest weit über den Bereich hinaus, in dem Elastomere aufgeben, chemisch weitgehend neutral und mehrfach verwendbar, solange die Dichtfläche sauber bleibt. In der Ausführung nach TA-Luft auch für Kraftstoffe und flüchtige Medien.
EPDM
Standard beim Topfschmutzfänger
Elastomer für Wasser, Heißwasser, Dampf und wässrige Lösungen. Weich, dichtet schon bei geringer Flächenpressung – deshalb die richtige Wahl für Verschlüsse, die von Hand geschlossen werden. Beim Topfschmutzfänger bis 120 °C ausgelegt, als Ringbalg an Absperrklappen bis 110 °C gängig.
Viton und FKM
wenn EPDM nicht reicht
Fluorkautschuk verträgt höhere Temperaturen und deutlich mehr Medien: Mineralöle, Kraftstoffe, viele Säuren und Reinigungsmittel. Beim Topfschmutzfänger hebt Viton die Grenze von 120 auf 150 °C. In der Ausführung nach TA-Luft bei Jet-Kraftstoff eingesetzt.
PTFE und ePTFE
chemisch nahezu unangreifbar
Für Medien, an denen Elastomere scheitern – Ammoniumnitratlösung, starke Säuren, Laugen. Als O-Ring oder als expandiertes PTFE-Band. Die ePTFE-Ausführung ist nach EU 1935/2004 und 10/2011/EU für Lebensmittelkontakt zugelassen und kommt in begleitenden Prozessen zum Einsatz.
Spiraldichtung
DIN EN 1514-2 · für hohe Drücke
Ein gewickeltes Band aus Edelstahl 1.4541 mit Graphitfüllung, geführt von Innen- und Außenring. Sie hält hohe Flächenpressungen aus und verzeiht Setzungen im Flansch. Eingesetzt wird sie bis DN450 in den Druckstufen PN40 und darüber.
Wo es noch höher hinaufgeht, kommt die Kammprofildichtung in Frage: ein metallischer Träger mit feiner Rillung und Weichstoffauflage, gelegt in eine gedrehte Nut in der Dichtfläche.
Faserdichtungen
AFM 34 · Klingersil · Klinger-Quantum
Bewährte Flachdichtungen für allgemeine Medien, auch mit FDA-Konformität verfügbar. Bei den Siebdichtungen Typ SD bilden sie den Träger, in den das Siebgewebe eingelegt wird – Baulänge nach DIN 2690.
Zuordnungen als Orientierung
Die folgenden Kombinationen sind typische Beispiele. Sie ersetzen keine Beständigkeitsprüfung für Ihren Fall, zeigen aber, was sich bewährt hat.
| Bauart, Medium oder Grenze | Dichtung | Hinweis |
|---|---|---|
Standard je Bauart | ||
Siebkorb-, Einfach-, Doppelfilter | Graphit-Spießblech | Serienausstattung |
| T-Filter | Graphit-Spießblech | Serienausstattung |
| Topfschmutzfänger | EPDM | bis +120 °C |
| Siebdichtung Typ SD | AFM 34 · Klingersil · Graphit | Baulänge DIN 2690 |
Beispiele für Medien | ||
| Kraftstoffe, Tanklager | Graphit-Spießblech nach TA-Luft | mit Erdungslasche |
| Jet A-1 | Viton nach TA-Luft | Beispiel für Einfachfilter |
| Ammoniumnitratlösung | PTFE-O-Ring | Siebkorbfilter in der Chemie |
| Kalilauge 30 % | top-chem 2000 | Siebkorbfilter z.B. DN100 PN40 |
| Öle | FKM | Siebkorbfilter z.B.DN150 |
| Speiseöl | ePTFE nach EU 1935/2004 | begleitender Lebensmittelbereich |
| Stickstoff, Inertisierung | AFM 34 mit FDA-Konformität | T-Filter z.B. DN150 |
| Säuren und Elektrolyte | FKM · PTFE · EPDM | je nach Konzentration |
Temperatur | ||
| Topfschmutzfänger mit EPDM | bis +120 °C | Standardausführung |
| Topfschmutzfänger mit Viton | bis +150 °C | 30 K mehr bei gleichem Aufbau |
| Ringbalg EPDM an Klappen | bis +110 °C | z.B. Umschalteinheit Doppelfilter |
| Graphit-Spießblech | für den hohen Bereich | Filter bis +300 °C |
Warum wir keine Beständigkeitstabelle veröffentlichen
Ob ein Dichtwerkstoff ein Medium verträgt, hängt nicht allein am Medium. Konzentration, Temperatur, Druck und Betriebsweise entscheiden mit: Dieselbe Säure ist verdünnt und kalt harmlos, konzentriert und heiß ein Problem. Eine Tabelle „Werkstoff × Medium“ würde eine Sicherheit vortäuschen, die sie nicht liefern kann. Deshalb nennen wir typische Kombinationen als Beispiel und prüfen Ihren Fall einzeln – im Zweifel gegen das Beständigkeitsblatt des Dichtungsherstellers.
Häufige Fragen
Ja. Vor Produktionsbeginn erhalten Sie den Konstruktionsentwurf zur Freigabe – dort steht auch der Dichtwerkstoff. Erst wenn Sie die Zeichnung bestätigt haben, geht der Auftrag in die Fertigung.
Gern. Zeichnungen, Spezifikationen, Stücklisten oder das Datenblatt des Vorgängerfilters sind die beste Grundlage. Unsere Konstrukteure übernehmen Ihre Vorgaben und passen sie an, wo es die Fertigung oder das Regelwerk erfordert – Abweichungen stimmen wir vorher mit Ihnen ab.
Graphit-Spießblech lässt sich mehrfach verwenden, solange die Dichtfläche sauber und unbeschädigt ist. Elastomerdichtungen sind für häufiges Öffnen besser geeignet, altern aber. Ein Vorrat an Ersatzdichtungen gehört bei häufiger Reinigung zur Grundausstattung – wir legen sie auf Wunsch bei.
Ja, ePTFE-Dichtungen nach EU 1935/2004 und 10/2011/EU sind möglich, ebenso Faserdichtungen mit FDA-Konformität. Zu beachten: Wir filtern begleitende Medien in Lebensmittelprozessen – etwa Dampf, Kondensat oder CIP-Lauge – nicht das Lebensmittel selbst.
Die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft begrenzt flüchtige Emissionen an Flanschverbindungen. Dichtungen in TA-Luft-Ausführung sind dafür geprüft – bei Kraftstoffen und flüchtigen Medien regelmäßig gefordert.
Bei hohen Drücken und großen Flanschen, wo eine Flachdichtung sich setzen würde. Sie gleicht Bewegungen im Flansch aus und hält die Vorspannung – eingesetzt bis DN450 in PN40 und darüber.
Ja. Dichtungswechsel gehört zu den Leistungen, die wir auch an Schmutzfängern und Filtern anderer Hersteller ausführen – ebenso wie das Erneuern von Siebeinsätzen.
Weitere Optionen im Filterbau
Alle Themen im Überblick: Ausstattung und Optionen
Dichtung gemeinsam festlegen
Nennen Sie uns Medium, Konzentration, Temperatur und wie oft geöffnet wird – daraus ergibt sich der Werkstoff. Bei kritischen Medien prüfen wir gegen das Beständigkeitsblatt des Herstellers.