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Sonderausführungen
jenseits der Norm
Sonderausführungen beginnen dort, wo eine Anlage nicht der Normbaulänge folgt. Ist das Einbaumaß vorgegeben, läuft das Medium heißer als üblich oder liegt der Auslegungsdruck über der Katalogstufe, konstruieren wir das Gehäuse dafür. Die Anlage muss sich nicht an den Filter anpassen.
Nennweite
DN15 bis DN1200
Druckstufe
PN6 bis PN40 · PN63 im Sonderbau
Baulänge
EN 558-1 oder nach Maß
Auslegung
AD 2000 oder EN 13445
Warum die Norm nicht immer passt
Ein Katalogfilter ist auf einen festen Satz Auslegungsparameter gerechnet: Baulänge nach EN 558-1, Berechnungsdruck der gewählten Druckstufe und eine Auslegungstemperatur, bei der Standarddichtung und unlegierter Stahl zulässig bleiben. Weicht einer dieser Parameter ab, ändert sich die Festigkeitsberechnung. Wanddicke, Flanschbild und Deckelverschluss folgen unmittelbar. Über Zubehör ist das nicht zu lösen.
Bei uns steht vor jedem Filter die Konstruktion. Unsere Konstrukteure leiten aus Ihren Vorgaben – Einbaumaß, Berechnungsdruck und -temperatur, Medium und Fluidgruppe, Durchflussmenge und geforderte Filterfläche – Wanddicke, Mantelrohrdurchmesser, Bodenform und Anschlussausführung ab. Den Entwurf erhalten Sie zur Freigabe; erst mit der freigegebenen Zeichnung geht der Auftrag in die Produktion.
Eigene Vorgaben sind dabei ausdrücklich willkommen – Zeichnungen, Spezifikationen oder das Datenblatt des Vorgängerfilters. Wir arbeiten sie ein und überarbeiten den Entwurf, bis er zu Ihrer Anlage passt.
Die abweichende Auslegung wird deshalb nicht nachgerüstet, sondern von Anfang an konstruiert. Den Festigkeitsnachweis führen wir nach AD 2000 oder EN 13445, die Herstellung erfolgt nach Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU – Konstruktion, Fertigung und Prüfung liegen dabei im eigenen Haus.
- Eigene Konstruktion – jeder Filter wird vor der Fertigung gezeichnet
- Entwurf zur Freigabe, bevor die Produktion beginnt
- Baulänge nach vorhandenem Einbaumaß statt nach Normreihe
- Gehäuse größer als die Leitung, wenn Filterfläche gefragt ist
- Werkstoff und Dichtung folgen der Auslegungstemperatur
- Hochdruckausführung bis PN63 über der Standardstufe PN40
- Auslegung wahlweise nach AD 2000 oder EN 13445
- Prüfung und Dokumentation nach Druckgeräterichtlinie
Was sich abweichend ausführen lässt
Die folgenden Abweichungen sind Alltag in unserer Fertigung. Sie lassen sich einzeln oder in Kombination umsetzen.
Baulänge nach Maß
statt EN 558-1 Reihe 1
Beim Austausch eines Bestandsfilters gibt die Leitung das Maß zwischen den Flanschen vor. Wir fertigen das Gehäuse auf dieses Maß – die Rohrleitung bleibt unangetastet. Sonderbaulängen von rund 200 mm bis 1.250 mm sind gängig.
Gehäuse größer als der Anschluss
mehr Fläche, weniger Druckverlust
Die Nennweite des Gehäuses muss nicht der Leitung entsprechen. Ein größeres Gehäuse vergrößert die Filterfläche und senkt den Druckverlust, während der Anschluss der Leitung folgt – etwa ein Gehäuse DN200 mit Anschluss DN80.
Temperatur über dem Standard
Werkstoff und Dichtung entscheiden
Die Standardauslegung deckt −10 bis +50 °C ab. Darüber bestimmen Gehäusewerkstoff und Dichtung die Grenze: Graphit-Spießblech statt Elastomer, warmfester Stahl statt Baustahl. T-Filter sind bis +400 °C ausgelegt.
Druck über dem Standard
Hochdruckausführung bis PN63
PN40 deckt als Standard die weit überwiegende Zahl der Anwendungen ab. Darüber fertigen wir die Hochdruckausführung bis PN63 – die höhere Stufe wirkt zugleich auf Wandstärke, Flanschbild und Deckelverschluss, deshalb wird sie eigens ausgelegt.
Abweichende Gehäusegeometrie
Boden, Stutzen, Einbaulage
Gerader Boden statt Klöpperboden, wenn die Bauhöhe begrenzt ist. Ein- und Auslass um 90° zueinander versetzt, wenn die Leitung um die Ecke geht. Zusätzliche Muffen für Differenzdruckmessung an der von Ihnen gewünschten Stelle.
Auslegung nach Ihrem Regelwerk
AD 2000 · EN 13445 · DGRL
Standard ist die Auslegung nach AD 2000 und die Herstellung nach Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU. Verlangt Ihr Projekt den EN-13445-Designcode oder ein anderes Regelwerk, legen wir danach aus.
Standard und Sonderbau im Vergleich
Die linke Spalte ist der Bereich, den wir ohne gesonderte Prüfung abbilden. Die rechte Spalte beschreibt, was darüber hinaus geht – und was wir dafür von Ihnen brauchen.
| Merkmal | Standard | Sonderbau |
|---|---|---|
| Abmessungen | ||
| Nennweite Siebkorbfilter | DN50 – DN1000 | größer bis DN1200 als Sonderbau |
| Nennweite Siebe und Scheiben | DN10 – DN1200 | je Bauart unterschiedlich |
| Baulänge | EN 558-1 Reihe 1 | jedes Maß nach Vorgabe |
| Druck und Temperatur | ||
| Druckstufe | PN6 – PN40 | PN63 als Hochdruckausführung |
| Auslegungstemperatur Siebkorbfilter | −10 … +50 °C | höher je nach Werkstoff und Dichtung |
| Auslegungstemperatur T-Filter | −10 … +400 °C | Siebplatte aus Edelstahl |
| Auslegungstemperatur Topfschmutzfänger | bis +150 °C | druckabhängig |
| Auslegung und Nachweis | ||
| Berechnungsgrundlage | AD 2000 | EN 13445 Designcode auf Wunsch |
| Herstellung | DGRL 2014/68/EU | andere Regelwerke nach Absprache |
| Werkstoffnachweis | EN 10204-3.1 | weitere Zeugnisse möglich |
Was wir für die Auslegung brauchen
Je vollständiger diese Angaben sind, desto schneller liegt der Entwurf vor. Vorhandene Zeichnungen oder Spezifikationen ersetzen einen Teil davon – senden Sie sie einfach mit.
| Angabe | Einheit oder Form |
|---|---|
| Einbaumaß | Abstand zwischen den Flanschen in mm |
| Nennweite und Norm | DN oder Zoll, DIN oder ANSI |
| Auslegungsdruck | bar, nicht nur der Betriebsdruck |
| Auslegungstemperatur | °C, mit Minimum und Maximum |
| Angabe | Einheit oder Form |
|---|---|
| Medium | Bezeichnung und Fluidgruppe |
| Durchflussmenge | m³/h oder l/min |
| Maschenweite | in mm, ergänzend in µm |
| Regelwerk | AD 2000, EN 13445 oder Vorgabe |
Der häufigste Fall: der Austausch
Ein vorhandener Filter wird ersetzt, aber die Rohrleitung bleibt, wie sie ist. Dann zählt nur eines: Der neue Filter muss auf das vorhandene Maß passen – Flanschbild, Einbaulänge und Anschlusshöhe inbegriffen. Senden Sie uns das alte Datenblatt oder ein bemaßtes Foto; daraus konstruieren wir den Ersatz. Wenn Sie ohnehin tauschen, lohnt es sich zu prüfen, ob ein größeres Gehäuse die Standzeit verlängert.
Häufige Fragen
Ja. Vor Produktionsbeginn erhalten Sie den Konstruktionsentwurf zur Freigabe. Erst wenn Sie ihn bestätigt haben, geht der Auftrag in die Fertigung. Änderungswünsche arbeiten wir vorher ein.
Gern. Zeichnungen, Spezifikationen, Stücklisten oder das Datenblatt des Vorgängerfilters sind die beste Grundlage. Unsere Konstrukteure übernehmen Ihre Vorgaben und passen sie an, wo es die Fertigung oder das Regelwerk erfordert – Abweichungen stimmen wir vorher mit Ihnen ab.
Der reguläre Bereich reicht bis DN1000. Größere Gehäuse bis DN1200 fertigen wir als Sonderbau. Dabei wird nicht nur das Mantelrohr größer: Auch Deckelgewicht, Hebevorrichtung und Standfüße müssen mit ausgelegt werden.
Standard ist PN6 bis PN40. PN40 ist im Filterbau bereits der Hochdruckbereich und deckt die meisten Anwendungen ab. Als Hochdruckausführung fertigen wir bis PN63 – dann werden Wandstärke, Flanschbild und Deckelverschluss gemeinsam neu ausgelegt.
Der Betriebsdruck ist der Druck im Normalbetrieb, der Auslegungsdruck der Wert, auf den das Gehäuse berechnet wird – einschließlich Reserve für Druckstöße und Anfahrvorgänge. Für die Auslegung ist der zweite Wert maßgeblich.
Das entscheidet nicht der Filter, sondern die Kombination aus Werkstoff und Dichtung. Elastomerdichtungen begrenzen früh, Graphit-Spießblech deutlich später. T-Filter sind bis +400 °C ausgelegt. Nennen Sie uns die Auslegungstemperatur – wir wählen Werkstoff und Dichtung passend.
Ja. Standard ist AD 2000, der EN-13445-Designcode ist ebenso möglich. Die Herstellung erfolgt in beiden Fällen nach der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU.
Ja, und häufig ist das die bessere Lösung. Ein größeres Gehäuse bringt mehr Filterfläche, senkt den Druckverlust und verlängert die Zeit bis zur Reinigung – der Anschluss folgt weiterhin der Leitung.
Wir kalkulieren jede Ausführung einzeln und weisen die abweichende Position im Angebot getrennt aus. So ist erkennbar, welcher Teil des Preises auf die Sonderausführung entfällt – eine andere Baulänge wirkt sich anders aus als eine höhere Druckstufe, die Wandstärke und Flanschbild zugleich verändert.
Weitere Optionen im Filterbau
Alle Themen im Überblick: Ausstattung und Optionen
Randbedingungen nennen, Auslegung bekommen
Einbaumaß, Auslegungsdruck, Auslegungstemperatur und Medium genügen für den ersten Entwurf. Liegt ein altes Datenblatt vor, geht es noch schneller.