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Steckscheiben
Steckscheiben für Flanschverbindungen
Eine Stahl- oder Edelstahlscheibe zwischen zwei Flanschen – mehr braucht es nicht, um eine Leitung sicher abzusperren. Anders als eine geschlossene Armatur ist eine Blindscheibe von außen sichtbar: Wer sie sieht, weiß, dass die Leitung dicht ist.
Genau deshalb ist die Steckscheibe in Rohrleitungen und Gasleitungen bei Wartungsarbeiten und Druckproben gesetzt. Vier Ausführungen decken alles ab, was zwischen Flanschen gebraucht wird.
Die vier Ausführungen
Was die Scheibe mit dem Durchfluss macht
Alle vier gehen zwischen dieselben Normflansche und sehen von außen ähnlich aus. Der Unterschied liegt in der Mitte. Im Englischen heißt die Steckscheibe line blind, die Brillensteckscheibe spectacle blind.
Blindscheibe Typ BS
Sperrt ab. Eine volle Scheibe ohne Durchgang – die Leitung ist zu, sichtbar und ohne Zweifel. Für Wartung, Umbau und Dichtheitsprüfung.
Blindscheibe konfigurieren →Bauform und Maße →
Lochscheibe Typ LS
Lässt durch. Ein Ring mit vollem Durchgang. Er hält den Platz der ausgebauten Blindscheibe frei, damit die Flanschverbindung ihr Maß behält.
Lochscheibe konfigurieren →Bauform und Maße →
Drosselscheibe Typ DS
Drosselt. Eine verengte Bohrung, die den Volumenstrom begrenzt und Druck definiert abbaut. Nicht mit der Lochscheibe zu verwechseln – die hat vollen Durchgang.
Drosselscheiben →
Brillensteckscheibe Typ US
Schaltet um. Blind- und Lochscheibe an einem Stück. Schrauben lösen, Scheibe umstecken, festziehen – der Zustand ist von außen abzulesen.
Brillensteckscheibe konfigurieren →Stellungen und Maße →Auswahl
Welche Scheibe wofür
| Typ | Durchgang | Zweck | Typische Situation |
|---|---|---|---|
| Blindscheibe BS | keiner | absperren | Wartung an einem Anlagenteil, Druckprobe |
| Lochscheibe LS | voll | Platz halten | Normalbetrieb, wenn die Blindscheibe ausgebaut ist |
| Brillensteckscheibe US | wahlweise | umschalten | Leitungen, die regelmäßig gesperrt und freigegeben werden |
| Drosselscheibe DS | verengt | begrenzen | Volumenstrom drosseln, Druck definiert abbauen |
Blind- und Lochscheibe sind ein Paar: Die eine ersetzt die andere. Wer beide Zustände häufig braucht, kommt mit der Brillensteckscheibe schneller ans Ziel – sie bleibt in der Flanschverbindung und wird nur gedreht.
Ausführung
Was alle vier gemeinsam haben
- Nennweiten DN10 bis DN500, Druckstufen PN6 bis PN40
- Werkstoff Edelstahl 1.4301 oder Stahl 1.0425
- Einbau zwischen Normflansche nach DIN EN 1092-1 oder ANSI B 16.5
- Dichtfläche Form AA, unbearbeitet
- Standard mit Fahne – sichtbar von außen, beschriftbar
Auf Anfrage
- höhere Druckstufen von PN63 bis PN160
- größere Nennweiten
- Dichtleisten Form B, C oder D statt Form AA
- Bohrung für drehbare Lagerung der Brillenscheibe an einer Flanschschraube
- kundenspezifische Werkstoffe und Baulängen
- Zeugnisse und Abnahmen nach Vorgabe
Die Fahne
Warum der Griff nach außen steht
Jede Steckscheibe hat im Standard eine Fahne – einen Steg, der zwischen den Flanschen herausragt. Sie ist kein Zubehör, sondern das eigentliche Sicherheitsmerkmal.
An ihr ist von außen zu erkennen, dass überhaupt eine Scheibe eingebaut ist, und bei der Brillenscheibe zusätzlich, in welcher Stellung. Beschriftet mit Nennweite, Druckstufe und Anlagenkennzeichen wird sie zum Teil der Dokumentation.
- Nennweite und Druckstufe eingeschlagen oder per Laser beschriftet
- Tag-Nummer oder Anlagenkennzeichen auf Wunsch
- Länge nach Vorgabe, wenn die Isolierung dicker ist als üblich
Bestellen
Steckscheiben kaufen und Maßtabelle nach DIN 2626 als PDF
Blind-, Loch- und Brillensteckscheiben bestellen Sie direkt im Shop, ausgewählt nach Nennweite, Druckstufe und Werkstoff. Drosselscheiben legen wir nach Ihren Betriebsdaten aus – die Bohrung folgt dem gewünschten Druckabfall.
Die Steckscheiben-Tabelle mit allen Abmessungen nach DIN 2626 steht zum Herunterladen bereit, in Deutsch und Englisch: Maßtabelle DIN 2626 (PDF)
Bauformen und Ausführungen aller vier Scheiben: Prospekt Steckscheiben (PDF)
Häufige Fragen
Was oft gefragt wird
Weil ein geschlossenes Ventil nicht beweisbar dicht ist. Für Arbeiten an einem Anlagenteil verlangt die Sicherheitsvorschrift oft eine mechanische Trennung, die von außen sichtbar ist – und genau das leistet die Blindscheibe mit ihrer Fahne.
Die Lochscheibe hat den vollen Rohrdurchmesser und ändert am Durchfluss nichts – sie hält nur den Bauraum der ausgebauten Blindscheibe frei. Die Drosselscheibe hat eine verengte Bohrung und ist dafür da, den Strom zu begrenzen.
Wenn die Leitung im Normalbetrieb offen ist und nur zur Wartung gesperrt wird: ja. Sonst fehlt beim Ausbau der Blindscheibe das Maß in der Flanschverbindung. Die Brillensteckscheibe erspart Ihnen das – sie vereint beide.
Eine Brillensteckscheibe mit Bohrung, die über eine Schraube der Flanschverbindung drehbar gelagert wird. Zum Umstecken muss sie dann nicht vollständig herausgenommen werden – ein Vorteil bei großen Nennweiten und entsprechendem Gewicht.
Die Maße richten sich nach der Flanschverbindung – DIN EN 1092-1 oder ANSI B 16.5. Für Steckscheiben ist zusätzlich DIN 2626 gebräuchlich. Nennen Sie uns Norm, Nennweite und Druckstufe, dann passt die Scheibe.
Das hängt an Nennweite und Druckstufe: Die Scheibe muss den vollen Betriebsdruck gegen die geschlossene Fläche aushalten. Wir legen die Dicke danach aus – bei hohen Drücken und großen Nennweiten wird sie erheblich.
Weiterführende Themen
Steckscheiben anfragen
Für ein Angebot brauchen wir Nennweite, Druckstufe, Werkstoff und die Ausführung. Bei Drosselscheiben zusätzlich den gewünschten Druckabfall oder den Volumenstrom, den die Bohrung durchlassen soll.