Siebkorbfilter
Siebkorbfilter Typ SKF
Der Siebkorbfilter aus Stahl oder Edelstahl ist die Grundform des Filterbaus: ein geschweißtes Gehäuse, ein herausnehmbarer Siebkorb, ein Deckel. Er hält zurück, was Pumpen, Wärmeübertrager, Düsen und Armaturen dahinter beschädigen würde – von der groben Schweißperle bis zum Feinstkorn.
Jeder Typ SKF entsteht nach Ihren Prozessdaten. Nennweite, Druckstufe, Werkstoff, Maschenweite und Ausstattung legen wir gemeinsam mit Ihnen aus – von DN50 bis DN1000.
ISO 9001 · TÜV-Schweißbetrieb AD2000-HP0 · DGRL 2014/68/EU
Funktionsprinzip
Ein Korb, der sich herausnehmen lässt
Das Medium tritt seitlich ein und strömt von innen nach außen durch den Siebkorb. Der Schmutz bleibt im Korb – nicht an der Gehäusewand. Zum Reinigen wird der Deckel geöffnet, der Korb entnommen, ausgespült und wieder eingesetzt.
Diese Bauform hat zwei praktische Folgen. Die Schmutzaufnahme ist sichtbar und lässt sich beurteilen. Und der Korb lässt sich gegen eine andere Maschenweite tauschen, ohne Eingriff am Gehäuse.
Wann gereinigt werden muss, verrät der Differenzdruck – nicht der Kalender. Deshalb gehört eine Differenzdruckanzeige am Siebkorbfilter → in fast jede Ausführung.
- Entlüftungsmuffe im Deckel, Entleerungsmuffe im Gehäuseboden
- Anströmung von innen nach außen – der Schmutz bleibt im Korb
- Baulänge nach EN 558-1, Reihe 1
- Auslegung nach Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU
Filtereinsatz
Stützkorb mit Feinsieb
Im Standard arbeitet der Typ SKF mit einem Stützkorb aus 1.4301 mit Quadratlochung Qg 10-12 und einem Feinsieb aus 1.4401 mit 1 mm Maschenweite. Der Stützkorb trägt die Last, das Feinsieb bestimmt die Feinheit – zwei Bauteile mit zwei Aufgaben.
Ab etwa 2,5 mm Maschenweite braucht es kein Gewebe mehr: Dann übernimmt die Lochung des Korbs die Filtration allein. Darunter wird das Feinsieb eingelegt. Nach unten reicht die Reihe bis 0,05 mm.
Feinsieb, Filterbeutel oder beides. Das Gehäuse bleibt dasselbe – gewechselt wird nur der Einsatz. In denselben Stützkorb lässt sich statt des Feinsiebs ein Filterbeutel einlegen; aus dem Siebkorbfilter wird damit ein Beutelfilter. Beides zusammen geht ebenfalls: Der Beutel übernimmt die Feinfiltration, das Sieb hält grobe Bestandteile von ihm fern.
Der Beutel filtert feiner, als es ein Gewebe kann: Polypropylen-Vlies von 1 bis 300 µm, Polyester-Vlies von 1 bis 200 µm, auf Wunsch Nylon – in den Beutelgrößen 1 bis 4. Wo das Feinsieb bei 50 µm endet, geht der Beutel bis 1 µm hinunter. Dafür ist er ein Wechselteil und kein Dauerbauteil, und die Druckstufe liegt in dieser Ausführung bei bis zu 10 bar.
Ausführungen
Schneller Filterwechsel
Am Siebkorbfilter wird immer dieselbe Handlung wiederholt: Deckel auf, Korb raus, Korb rein, Deckel zu. Die drei häufigsten Ausstattungen betreffen deshalb genau diesen Vorgang – und werden mit steigender Nennweite von der Bequemlichkeit zur Notwendigkeit.
Deckel-Schnellverschluss
Augenschrauben mit Flügel- oder Ringmuttern, Klappaugenschrauben oder Klemmpratzen ersetzen den Schraubenkranz. Der Korb ist ohne Schlüsselsatz erreichbar – bei häufigem Wechsel spart das je Reinigung mehr Zeit als das Ausspülen selbst.
Deckel-Hebe- und Schwenkvorrichtung
Ab DN200 lässt sich der Deckel nicht mehr sinnvoll von Hand abheben. Scharnier, Hebespindel und Schwenkarm nehmen das Gewicht auf: Der Deckel wird angehoben, zur Seite geschwenkt und bleibt am Gehäuse – er muss nirgends abgelegt werden.
Dreipunkt-Standfüße
Der Typ SKF steht senkrecht und trägt im gefüllten Zustand ein erhebliches Gewicht. Dreipunkt-Standfüße setzen diese Last auf das Fundament statt in die Rohrleitung – wichtig dort, wo der Filter nicht zwischen zwei festen Leitungspunkten hängt.
Weitere Ausstattungsoptionen:
- Überwachung am Siebkorbfilter – Differenzdruck-Manometer, Thermometer, Druckmessumformer, Berstscheibe
- Entleerung und Entlüftung – Flansch statt Muffe, damit der Filter beim Öffnen leer ist
- Werkstoffe für den Filterbau – Gehäuse und Siebeinsatz werden getrennt gewählt, bis Monel, Hastelloy und Duplex
- Dichtungen am Filter – nach Medium und Temperatur, im Standard Graphit-Spießblech
- Anschlüsse am Siebkorbfilter – Flansch nach DIN EN 1092-1 oder Schweißende nach DIN EN 12627, auch in ANSI
- Oberfläche und Korrosionsschutz – RAL 5010 als Standard, gebeizt und passiviert in Edelstahl
Große Nennweiten
Ab DN300 wird der Filter zum Behälterbau
Bis DN250 ist der Siebkorbfilter ein Rohrleitungsbauteil. Darüber ändert sich die Aufgabe: Das Gehäuse entsteht aus Rohr oder Blech, und der Korb wird mit dem Kran entnommen. Der Deckel wiegt mehr, als eine Person heben kann. Konstruktion, Schweißfolge und Prüfung rücken damit in den Vordergrund.
Die Aufnahme zeigt einen DN700 in Stahl, RAL 5010 Blau lackiert, mit angeschweißten Enden – ohne Flansch, direkt in die Leitung geschweißt. Diese Bauform ist in der Fernwärme verbreitet, wo jede Flanschverbindung eine mögliche Leckstelle ist.
- Nennweiten bis DN1000, größere auf Anfrage
- Schweißenden nach DIN EN 12627 statt Flanschen
- Hebeösen und Tragbratzen für Transport und Montage
- Deckel-Hebevorrichtung ab DN200 empfohlen
- Abnahme und Zeugnisse nach dem geltenden Regelwerk
Ein Beispiel aus dieser Klasse: ein Anfahrfilter mit rund 2.600 Litern Rauminhalt, ausgelegt für PN25 und −10 bis +120 °C. Mantel und Böden bestehen aus P265GH nach EN 10028-2, mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1. Angeschlossen ist er über Schweißenden, dazu Standfüße, Entlüftungs- und Entleerungsflansch DN25 und zwei Muffen für die Differenzdruckmessung.
Der Filtereinsatz ist dort doppelwandig ausgeführt: eine Grobstufe mit 0,5 mm und dahinter eine Feinstufe mit 0,25 mm Maschenweite. Ein Anfahrfilter hält beim Start einer neuen Produktion oder nach einer Wartung zurück, was in der Leitung liegengeblieben ist – Rost, Zunder, Schweißperlen. Er läuft nur wenige Stunden, muss in dieser Zeit aber alles aufnehmen.
Hochdruckausführung
Hochdruckfilter Typ SKF-H – wenn PN40 nicht reicht
Die Standardreihe endet bei PN40. Darüber übernimmt der Typ SKF-H: dieselbe Bauform, aber mit einem Deckelverschluss für den höheren Druck. Statt einer Flachdichtung sitzt der Deckel in einer gedrehten Nut und Feder, abgedichtet mit einer Kammprofildichtung. Diese Verbindung schließt auch nach vielen Öffnungen wieder sicher.
Das hat eine praktische Folge: Der Schnellverschluss entfällt. Bei diesen Drücken wird der Deckel verschraubt, und das dauert länger. Wo häufig gereinigt werden muss, ist deshalb zu prüfen, ob sich der Betriebsdruck an der Einbaustelle nicht doch unter PN40 halten lässt.
Filtereinsatz, Werkstoffe und Anschlussarten entsprechen der Standardreihe. Höhere Druckstufen und abweichende Ausführungen legen wir auf Anfrage aus.
Bauvarianten
Filterbau mit Sonderoptionen
Der Siebkorbfilter Typ SKF ist im Standard ein gerades Durchgangsgehäuse. Drei Varianten weichen davon ab – jede aus einem anderen Grund.
- Eckfilter 90° – Ein- und Austritt stehen im rechten Winkel zueinander. Der Filter übernimmt die Umlenkung, die sonst ein Bogen leisten müsste, und spart damit Bauraum und eine Schweißnaht.
- Beheizbare Ausführung – ein geschweißter Heizmantel aus Edelstahl hält Medien in Bewegung, die beim Abkühlen zäh werden oder erstarren. Heizmedium-Ein- und -austritt sitzen am Mantel.
- Rahmenmontiert mit Vorsieb – zweistufig: ein Hutsieb hält grobe Bestandteile zurück, der Siebkorb übernimmt die Feinheit. Auf einem Montagerahmen mit Absperrklappen und Hebeösen wird daraus eine anschlussfertige Baugruppe.
Auslegungsparameter
Technische Daten
Werte der Standardausführung. Die endgültige Auslegung erfolgt nach Ihren Prozessdaten – höhere Druckstufen, weitere Temperaturbereiche und abweichende Baulängen fertigen wir auf Anfrage.
Abmessungen
Baumaße, Filterfläche und Gewicht
Maße der Standardausführung in PN10 und PN16: H1 ist die Bauhöhe, L die Baulänge nach EN 558-1 Reihe 1, ∅D das Gehäuserohr. Das Gewicht gilt für die leere Stahlausführung ohne Anbauteile. Eine bemaßte Zeichnung zu Ihrer Nennweite legen wir der Auslegung bei.
| Nennweite | H1 [mm] | L [mm] | ∅D [mm] | Filterfläche [cm²] | Volumen [l] | Gewicht [kg] |
|---|---|---|---|---|---|---|
| DN50 | 255 | 230 | 114,3 | 290 | 2,2 | 20 |
| DN65 | 300 | 290 | 139,7 | 420 | 4,0 | 27 |
| DN80 | 330 | 310 | 168,3 | 650 | 6,5 | 36 |
| DN100 | 415 | 350 | 219,1 | 1.270 | 14 | 55 |
| DN125 | 415 | 400 | 273 | 1.270 | 15 | 57 |
| DN150 | 505 | 480 | 323,9 | 2.025 | 36 | 106 |
| DN200 | 610 | 600 | 355,6 | 3.350 | 58 | 157 |
| DN250 | 700 | 730 | 457 | 4.560 | 108 | 305 |
| DN300 | 830 | 850 | 508 | 5.815 | 163 | 412 |
| DN350 | 970 | 980 | 610 | 9.285 | 268 | 625 |
| DN400 | 1.095 | 1.100 | 711 | 11.690 | 408 | 819 |
| DN450 | 1.095 | 1.200 | 711 | 11.690 | 436 | 856 |
| DN500 | 1.145 | 1.250 | 711 | 12.020 | 480 | 925 |
| DN500 | 1.170 | 1.400 | 813 | 13.190 | 620 | 1.125 |
Die beiden DN500-Zeilen unterscheiden sich im Gehäuserohr und damit in Filterfläche und Volumen. Nennweiten bis DN1000 sowie abweichende Baulängen fertigen wir nach Ihrem Rohrplan. Maßblätter und STEP-Modelle stellen wir auf Anfrage bereit.
Anwendungen
Wo der Siebkorbfilter steht
Überall dort, wo ein Bauteil geschützt werden muss und der Filter zum Reinigen kurz freigeschaltet werden kann. Er deckt den größten Teil unserer Filterfertigung ab – und ist die erste Wahl, solange kein Umschaltbetrieb nötig ist.
- Wasser und Prozesswasser – die größte Gruppe, von DN50 bis in die Großnennweiten
- Kühl- und Heizwasser – Schutz von Plattenwärmeübertragern und Fernwärmenetzen
- Kraftstoffe und Tankanlagen – mit Erdungslasche und Dichtung nach TA-Luft
- Chemie, Säuren und Laugen – hier entscheidet der Werkstoff vor der Feinheit
- Gase und Stickstoff – auch für Betriebstemperaturen weit über dem Standard, nach Auslegung
Fertigung und Nachweise
Konstruktion, Schweißnaht und Prüfung im eigenen Haus
Zuschnitt, Schweißen, Drehen, Oberfläche und Prüfung liegen bei uns. Deshalb ist eine abweichende Baulänge, ein Sonderwerkstoff oder eine zusätzliche Muffe kein Aufpreis auf ein Katalogteil, sondern Teil der Konstruktion.
- Auslegung nach Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU und AD 2000
- TÜV-anerkannter Schweißbetrieb nach AD2000-HP0
- Qualitätsmanagement nach ISO 9001
- Druckprüfung und Dokumentation im Haus
Anfrage
Siebkorbfilter Typ SKF anfragen
Nennen Sie uns Medium, Volumenstrom, Betriebsdruck und Betriebstemperatur. Daraus legen wir Nennweite, Siebfläche und Werkstoff aus. Pflicht sind nur Nennweite und Druckstufe – kennen Sie sie noch nicht, wählen Sie „bitte auslegen“ oder „weiß ich nicht“. Weitere Filter ergänzen Sie mit „+ weitere Position“.
Direkt
Anrufen oder schreiben
+49 (0) 34 956 / 399 60
Montag bis Freitag, 7 bis 16 Uhr
Per E-Mail erreichen Sie uns unter info@industriefabrik.com.
Zum Ausdrucken
Anforderungsformular als PDF
Sie arbeiten lieber auf Papier? Füllen Sie das Formular aus und senden Sie es per E-Mail an uns zurück.
Häufige Fragen zum Siebkorbfilter
Solange die Leitung zum Reinigen kurz freigeschaltet werden darf, ist der Siebkorbfilter die einfachere und wirtschaftlichere Lösung. Sobald der Stillstand teurer wird als das zweite Gehäuse – oder die Schmutzfracht so hoch ist, dass häufig gereinigt werden muss – lohnt der Doppelfilter mit Umschalteinheit.
Die Feinheit richtet sich nach dem Bauteil hinter dem Filter, nicht nach dem Medium. Eine Kreiselpumpe verträgt gröberes Korn als eine Düse oder ein Plattenwärmeübertrager. Je feiner das Sieb, desto häufiger muss gereinigt werden – zu fein ist deshalb genauso falsch wie zu grob. Die Auswahl steht unter Maschenweite und Filterfeinheit.
Am Differenzdruck zwischen Ein- und Austritt. Er ist der einzige verlässliche Hinweis auf den Verschmutzungsgrad; nach Kalender lässt sich die Standzeit nicht planen. Zulässig sind 2 bar Differenzdruck, empfohlen wird ein Betrieb bis höchstens 0,5 bar. Von der Anzeige bis zum Kontakt an die Leittechnik steht die Auswahl unter Differenzdruck am Filter.
Wir fertigen bis DN1000 in den Druckstufen PN6 bis PN40. Die Tabelle oben zeigt die gängigen Größen bis DN500; darüber entsteht das Gehäuse als Konstruktion nach Ihrem Rohrplan.
Ja, auch für fremdgelieferte Gehäuse. Am schnellsten geht es mit den Maßen des Altteils: Außendurchmesser, Höhe, Bügel- oder Bodenausführung und die Maschenweite. Ein Foto hilft zusätzlich. Auf Wunsch bauen wir den Korb mehrteilig oder mit Magnetstäben aus.
Ja – Gehäuse und Flansche aus 1.4571, gebeizt und passiviert, sind neben der lackierten Stahlausführung die zweite Standardvariante. Stützkorb und Feinsieb sind ohnehin immer aus Edelstahl. Für aggressive Medien kommen Monel, Hastelloy oder Duplex infrage – siehe Werkstoffe für den Filterbau.
Weiterführende Themen
Alle Grundformen im Vergleich: Industriefilter
Siebeinsätze als Ersatz fertigen wir für Siebkorbfilter nach Maß oder Muster. Ist der Siebeinsatz verschlissen, ersetzen wir ihn – für eigene Baureihen ebenso wie für Fremdfabrikate. Zum Ersatzteil →
Ihren Siebkorbfilter auslegen
Nennen Sie uns Medium, Volumenstrom, Druck und Temperatur sowie das Bauteil, das geschützt werden soll. Sie erhalten eine Auslegung mit Nennweite, Maschenweite, Werkstoff und Ausstattung.