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Überwachung und Sicherheit
Anbauarmaturen:
was der Filter zusätzlich leisten soll
Ein Filtergehäuse ist ein Druckbehälter mit definierten Anschlussstellen. Welche Anbauarmaturen zur Überwachung dort sitzen, entscheiden Sie: Magnetstäbe für ferritische Partikel, eine Berstscheibe zur Druckentlastung, Thermometer im Schutzrohr, Druckmessumformer oder Schauglas. Wir sehen die Stutzen bei der Konstruktion vor – nachträglich müsste am Druckgehäuse geschweißt werden.
Magnetstäbe
Neodym, Ø 25 mm
Berstscheibe
DN25 bis DN50
Temperatur
Pt100, −50 bis +500 °C
Schutzrohr
DIN 43772, 1.4571
Warum die Stutzen in die Konstruktion gehören
Jede Messstelle und jede Sicherheitseinrichtung braucht eine Öffnung im Gehäuse – und jede Öffnung ist eine Schwächung der Druckwand, die berechnet und ausgeführt werden muss. Sitzt der Stutzen von Anfang an in der Zeichnung, ist er Teil des Festigkeitsnachweises und der Abnahme.
Wird ein Anbauteil später nachgerüstet, muss am fertigen Druckbehälter geschweißt werden. Das bedeutet: erneute Prüfung, erneute Dokumentation, Stillstand der Anlage. Deshalb lohnt es sich, auch Messstellen vorzusehen, die erst später genutzt werden – ein verschlossener Stutzen kostet wenig, ein nachträglicher Umbau viel.
Der Differenzdruck ist die häufigste Messstelle und hat eine eigene Seite. Hier geht es um alles, was zusätzlich am oder im Gehäuse sitzt.
- Anschlussstutzen sind Teil der Festigkeitsberechnung
- Lage nach Ihrer Vorgabe – dort, wo Sie ablesen können
- Blind gesetzte Stutzen für spätere Nachrüstung
- Thermometer im Schutzrohr, im Betrieb wechselbar
- Magnetstäbe im Siebkorb statt im Medienstrom
- Berstscheibe mit Nachweis nach Druckgeräterichtlinie
Was sich anbauen lässt
Die folgenden Teile kommen regelmäßig zum Einsatz. Kombinationen sind üblich – ein Gehäuse trägt oft Thermometer, Differenzdruckmessung und Entleerung zugleich.
Magnetstäbe im Siebkorb
Neodym · Ø 25 mm · 100 bis 600 mm
Ferritischer Abrieb ist oft feiner als die Maschenweite und würde das Sieb passieren. Magnetstäbe im Korb halten ihn zurück. Sie werden stehend eingesetzt, bei größeren Nennweiten mehrere nebeneinander – in einem Korb DN500 etwa vier Stäbe. Beim Reinigen werden sie mit dem Korb entnommen und abgestreift.
Berstscheibe
DN25 – DN50 · 0 / +10 % Toleranz
Die Druckentlastung für den Fall, dass der Filter zusetzt und der Druck vor dem Einsatz unzulässig steigt. Einteilig, gewölbt, sternförmig öffnend, Berstteil aus 1.4401, vakuumbeständig. Der Halter ist für PN40 nach EN 1092-1 ausgelegt. Nachweis nach Druckgeräterichtlinie und AD 2000-Merkblatt A1.
Thermometer im Schutzrohr
Pt100 · −50 bis +500 °C
Das Schutzrohr nach DIN 43772 wird eingeschweißt, das Messelement steckt darin. So lässt sich das Thermometer im laufenden Betrieb tauschen, ohne den Filter zu öffnen. Widerstandsthermometer Pt100 Klasse B in Dreileitertechnik, Fühler 6 mm, oder als Zeigerthermometer zum Ablesen vor Ort.
Temperatur überwachen
Schaltkontakt · 5 A bei 250 V
Soll die Temperatur nicht nur sichtbar, sondern überwacht sein, gibt es Zeigerthermometer mit einstellbarem Umschalter – Anzeigebereich 0 bis 120 °C, Genauigkeitsklasse 2 nach DIN EN 13190. Der Schaltpunkt lässt sich am Drehknopf verstellen. Zugleich lässt sich der Filter digital überwachen.
Druckmessumformer und Schauglas
Prozessdruck und Sichtkontrolle
Der Druckmessumformer gibt den Betriebsdruck als Signal an die Leittechnik. Ein Schauglas im Deckel oder Mantel zeigt, ob Medium ansteht und wie weit der Einsatz zugesetzt ist – bei klaren Medien oft schneller als jede Messung.
Stutzen auf Vorrat
blind gesetzt, später nutzbar
Nicht jede Messstelle wird sofort gebraucht. Verschlossene Stutzen an der richtigen Stelle kosten in der Fertigung wenig und ersparen später das Schweißen am Druckbehälter samt erneuter Prüfung. Wir schlagen die Lage mit der Zeichnung vor.
Technische Daten der Anbauteile
Die Werte beschreiben die Ausführungen, die wir üblicherweise verbauen. Abweichende Nennweiten, Werkstoffe und Messbereiche sind möglich.
| Merkmal | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Magnetstäbe | ||
| Werkstoff Magnet | Neodym | hohe Haltekraft, im Korb eingesetzt |
| Durchmesser | 25 mm | — |
| Längen | 100 · 200 · 600 mm | nach Korbhöhe gewählt |
| Befestigung | 2 × M8 | im Siebkorb verschraubt |
| Berstscheibe | ||
| Bauart | Einteil, gewölbt | sternförmig öffnend |
| Nennweiten | DN25 · DN32 · DN40 · DN50 | Entlastungsfläche 4,5 bis 22 cm² |
| Berstdruck | z. B. 25 bar g bei 100 °C | nach Auslegung festgelegt |
| Bersttoleranz | 0 / +10 % | — |
| Berstteil | 1.4401 | vakuumbeständig |
| Halter | PN40, EN 1092-1 Form B1 | Werkstoff 1.4571 |
| Nachweis | DGRL 2014/68/EU · AD 2000-A1 | — |
| Temperatur | ||
| Messelement | Pt100, Klasse B (IEC 60751) | Dreileiterschaltung |
| Messbereich | −50 … +500 °C | je nach Ausführung |
| Fühlerdurchmesser | 6 mm | Einbaulänge nach Gehäuse |
| Schutzrohr | DIN 43772, 1.4571 | Prozessanschluss G 1/2 B |
| Zeigerthermometer | 0 … 120 °C, Klasse 2 | optional mit Umschaltkontakt |
Magnetstäbe: der Fall, den die Maschenweite nicht löst
Ferritischer Abrieb aus Pumpen, Rührwerken und Rohrleitungen ist häufig feiner als jede sinnvolle Maschenweite. Ihn über das Sieb abzufangen hieße, so fein zu filtern, dass der Druckverlust und die Reinigungsintervalle nicht mehr vertretbar sind. Magnetstäbe lösen das anders: Sie ziehen die magnetisierbaren Partikel aus dem Strom, während das Sieb weiterhin auf die eigentliche Feststoffgröße ausgelegt bleibt. Angefragt wird das selten – wer es einmal gebraucht hat, bestellt es fast immer.
Häufige Fragen
Ja. Vor Produktionsbeginn erhalten Sie den Konstruktionsentwurf zur Freigabe – die Zeichnung weist auch die Lage aller Stutzen und Anbauteile aus. Erst wenn Sie sie bestätigt haben, geht der Auftrag in die Fertigung.
Gern. Zeichnungen, Spezifikationen, Stücklisten oder das Datenblatt des Vorgängerfilters sind die beste Grundlage. Unsere Konstrukteure übernehmen Ihre Vorgaben und passen sie an, wo es die Fertigung oder das Regelwerk erfordert – Abweichungen stimmen wir vorher mit Ihnen ab.
Nur, wenn der Stutzen vorhanden ist. Andernfalls muss am fertigen Druckbehälter geschweißt werden, mit erneuter Prüfung und Dokumentation. Deshalb setzen wir auf Wunsch verschlossene Stutzen an Stellen, die Sie erst später belegen wollen.
Sie sitzen im Siebkorb und werden mit ihm entnommen. Der Belag wird abgestreift, danach geht der Korb zurück ins Gehäuse. Ein zusätzlicher Arbeitsgang entsteht dadurch nicht.
Wenn der Filter im Fehlerfall so weit zusetzen kann, dass der Druck vor dem Einsatz über den zulässigen Wert steigt – etwa bei Verdrängerpumpen ohne eigene Absicherung. Die Berstscheibe entlastet dann definiert, statt das Gehäuse oder den Einsatz zu belasten. Berstdruck und Arbeitsdruck werden mit Abstand zueinander festgelegt.
Weil das Schutzrohr die Druckwand bildet und der Fühler darin steckt. Das Messelement lässt sich austauschen oder kalibrieren, ohne den Filter zu öffnen oder die Anlage zu entleeren.
Ja – das ist die häufigste Messstelle am Filter und auf einer eigenen Seite beschrieben: von den bloßen Messmuffen über die Anzeige bis zum Signal 4–20 mA für die Leittechnik.
Bei Messtechnik arbeiten wir überwiegend mit WIKA, bei Magnetstäben mit Herstellern von Neodym-Systemen. Ist in Ihrem Werk ein anderes Fabrikat vorgeschrieben, bauen wir es an oder sehen die passenden Anschlüsse für ein beigestelltes Gerät vor.
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Nennen Sie uns, was überwacht werden soll und welche Anschlüsse Ihre Anlage vorgibt. Wir setzen die Stutzen in die Zeichnung – auch die, die Sie erst später brauchen.